Am 21. Oktober 2025 gratuliert das Bezirksamt Lichtenberg dem Tierpark Berlin zum 70. Geburtstag. Der Tierpark, der am 2. Juli 1955 eröffnet wurde, gilt mit einer Fläche von rund 160 Hektar als der größte Landschaftstierpark Europas. Bei seiner Eröffnung beherbergte er etwa 400 Tiere aus 120 Arten. Heute leben hier nahezu 7.800 Tiere aus 632 Arten, was den Tierpark zu einem wichtigen Ort für Bildung und Erholung macht.
Bezirksbürgermeister Martin Schaefer (CDU) würdigte den Tierpark als einen Ort mit überregionaler Strahlkraft, der durch seinen Beitrag zum Artenschutz und seine vielfältigen Bildungsangebote Anerkennung findet. Der Kontext zur Gründung des Tierparks ist eng mit der Teilung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg verknüpft, als Ost-Berlin einen eigenen Tierpark benötigte. Der Beschluss zur Errichtung fiel am 27. August 1954, gefolgt von der Grundsteinlegung im November 1954 und der offiziellen Eröffnung im Frühjahr 1955 unter der Leitung von Prof. Heinrich Dathe, der bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1990 als Direktor fungierte.
Feierlichkeiten zum Jubiläum
Anlässlich des 70. Geburtstags des Tierparks sind eine Vielzahl von Jubelaktionen geplant. Darunter befinden sich exklusive Führungen zur Geschichte des Parks und ein symbolischer Patenschaft für einen Sumatra-Tiger. Zudem wird es einen Fotowettbewerb für Tierpark-Momente geben und einen historischen Spaziergang mit 40 Informationsstelen. Der Höhepunkt der Feierlichkeiten wird am 2. Juli 2025 mit der Enthüllung zweier neuer Jubiläumsplakate erwartet, die die visuelle Geschichte des Tierparks zeigen.
Zusätzlich sind kulturelle Veranstaltungen wie Schloss- und Pfingstkonzerte geplant, das erste wird am 9. Juni 2025 stattfinden. Im April 2025 wird eine Ausstellung mit dem Titel „70 Jahre Plakatkunst“ eröffnet, die historische Plakate des Tierparks zeigt, darunter das erste Plakat von 1955 mit einem Bärenjungen.
Weiterentwicklungen und Modernisierungen
In den letzten zwei Jahrzehnten hat der Tierpark erhebliche Umbauarbeiten erfahren, um Gehege und Anlagen im Sinne des Tierwohls zu verbessern. Zu den bemerkenswerten Modernisierungen zählen die Himalaya-Landschaft, die Afrika-Savanne sowie das Alfred-Brehm-Haus, das 1963 eröffnet wurde und zu dieser Zeit das größte Tierhaus der Welt war. In den 1980er-Jahren wurde zudem das Schloss Friedrichsfelde restauriert, ein historisches Gebäude des Parks.
Dr. Andreas Knieriem, der seit 2014 Direktor des Tierparks ist, hebt hervor, wie sich der Blick auf Tiere im Laufe der Jahre verändert hat. Sein Ziel ist es, die Historie des Tierparks mit modernen Ansätzen zu verbinden. Dies geschieht nicht nur durch bauliche Veränderungen, sondern auch durch das Engagement für bedrohte Tierarten.
Der Tierpark Berlin bleibt ein bedeutender Bildungs- und Erholungsort und wird im gesamten deutschsprachigen Raum als herausragendes Beispiel für Tierhaltung und Artenschutz angesehen, wie auch in der Liste zoologischer Gärten in Deutschland dokumentiert ist.