In der aktuellen Filmproduktion „Familie Brasch“ wird der Alltag einer linientreuen Funktionärsfamilie in der DDR eindrucksvoll dargestellt. Regisseurin Annekatrin Hendel begleitet den Aufstieg und Fall der Familie Brasch nach 1945 in der sowjetisch besetzten Zone. Der Film thematisiert nicht nur die politischen Umwälzungen, sondern auch die persönlichen Konflikte innerhalb der Familie, die durch das Eingreifen der Söhne in die Pubertät zunehmend zutage treten. Horst Brasch, das antifaschistische Familienoberhaupt, engagiert sich aktiv am Aufbau der DDR, trotz der Ressentiments seiner Frau Gerda. Tragische Wendungen nehmen ihren Lauf, als Horst seinen ältesten Sohn den Behörden ausliefert, was letztlich den sozialistischen Traum der Familie 20 Jahre später scheitern lässt (Cineplex).

Horst Brasch wurde am 23. Dezember 1922 in Berlin geboren und starb am 18. August 1989 in Ost-Berlin. Als deutscher SED-Parteifunktionär war er von 1966 bis 1969 stellvertretender Minister für Kultur der DDR. Interessanterweise hatte Brasch jüdische Wurzeln und war konvertierter Katholik. Er war mit Gerda Brasch verheiratet und hatte vier Kinder: Thomas, Peter, Klaus und Marion. Der Sohn Thomas Brasch war besonders bekannt, seine politischen Aktivitäten führten jedoch zu einem Karriereende für Horst Brasch, was die Spannungen in der Familie weiter verstärkte (Wikipedia).

Der Weg zur politischen Karriere

Horst Brasch war der Sohn eines jüdischen Textilfabrikanten und Stiefsohn des Schriftstellers Curt Thesing. Von 1936 bis 1939 besuchte er das Benediktinergymnasium Ettal und war Mitglied des katholischen Bundes Neudeutschland. Aufgrund der Verfolgung durch die Nationalsozialisten emigrierte er 1939 mit einem Kindertransport nach Großbritannien, wo er 1940/1941 sogar als „Enemy Alien“ interniert wurde. Nach seiner Rückkehr nach England trat er 1944 der KPD bei und heiratete im selben Jahr Gerda Wenger. 1946 siedelte die Familie in die sowjetische Besatzungszone über (Deutsche Digitale Bibliothek).

In der DDR stieg Brasch rasch in der politischen Hierarchie auf. Er war zunächst Mitglied des Zentralrats der FDJ und hatte verschiedene Positionen inne, darunter Chefredakteur der Jungen Welt. Seine Karriere umfasste zahlreiche Ämter, unter anderem war er von 1950 bis 1952 Volksbildungsminister im Land Brandenburg und von 1963 bis zu seinem Tod Abgeordneter der Volkskammer sowie Mitglied im ZK der SED. Braschs politischen Aktivitäten spiegeln sich auch in der Filmproduktion wider, die die komplexen Dynamiken innerhalb der Familie und die gesellschaftlichen Veränderungen in der DDR beleuchtet.

Ein bewegtes Leben

Horst Brasch starb am 18. August 1989 an Krebs und wurde in der Gedenkstätte der Sozialisten auf dem Berliner Zentralfriedhof Friedrichsfelde beigesetzt. Sein schriftlicher Nachlass, der zwischen 1986 und 1989 an das Zentrale Parteiarchiv der SED übergeben wurde, dokumentiert seine politischen Tätigkeiten und umfasst Materialien, die einen Einblick in die politischen Entwicklungen seiner Zeit geben. Dazu zählen auch Dokumente über die DDR-BRD-Beziehungen sowie gesellschaftliche Initiativen, die in den letzten Jahrzehnten seines Lebens an Bedeutung gewannen (Deutsche Digitale Bibliothek).

Die Geschichte von Horst Brasch und seiner Familie wird durch den Film „Familie Brasch“ auf eine eindrückliche Weise lebendig gehalten und bietet dem Publikum nicht nur einen Einblick in die politischen Umstände der DDR, sondern auch in die menschlichen Schicksale, die hinter diesen Ereignissen stehen.