Sauberkeit im Wohnumfeld ist ein zentrales Anliegen der Bürger in Marzahn-Hellersdorf. Das Bezirksamt hat dieses Thema aktiv aufgegriffen, nachdem es in verschiedenen Einwohnerversammlungen angesprochen wurde. Bis Ende des Jahres haben die Bürger die Möglichkeit, ihre Vorschläge über eine digitale Beteiligungsplattform einzureichen. Diese Ideen betreffen unter anderem Orte für die beliebten „Kieztage“ der Berliner Stadtreinigung (BSR), die als wohnortnahe Entsorgungsoptionen für Sperrmüll, Alttextilien und Elektroaltgeräte dienen.
Bezirksbürgermeisterin Nadja Zivkovic hebt die Bedeutung der Sauberkeit hervor und betont die Möglichkeit, nicht mehr benötigte Dinge zu entsorgen oder weiterzugeben. „Kieztage“ finden montags bis samstags für jeweils fünf Stunden an gut zugänglichen Orten statt und fördern den nachbarschaftlichen Austausch durch Tausch- und Verschenkaktionen. Die Sozialraumorientierte Planungskoordination des Bezirksamts koordiniert die Anliegen der Bürger und stellt die Verbindung zu geeigneten Partnern im Kiez her. Diese Organisationseinheit sorgt dafür, dass die Anliegen der Bürger im Rahmen der Gesamtstrategie „Saubere Stadt“ sichtbar werden, sodass sich ein möglichst großes Bewusstsein für nachhaltiges Verhalten entwickelt.
Die Kieztage im Detail
Die BSR bietet mit den Kieztagen eine kostengünstige und praktische Entsorgungsmöglichkeit, die als mobile Lösung für Haushalte gedacht ist. Diese Initiative trägt nicht nur zur Abfallvermeidung bei, sondern verbessert auch die Lebensqualität in der Stadt. Im Jahr 2023 fanden von April bis Dezember 172 Kieztage statt, die insgesamt 59.100 Besuchende anlockten. Dabei wurden 1.038 Megagramm Sperrmüll entsorgt und 127 Megagramm gut erhaltener Gegenstände getauscht.
Die Kieztage unterstützen eine verantwortungsvolle Handhabung von Wertstoffen und fördern umweltfreundliche Praktiken. Durch die Veranstaltung wird ein zentraler Beitrag zur Reduktion illegaler Ablagerungen geleistet. Jedes Jahr können die Bezirke pro Monat zwei Kieztage buchen, die in der Regel aufgrund von Nachfragen aus den Bezirken in die Wege geleitet werden. Diese Aktion zielt darauf ab, den Verkehr zu reduzieren und den Bürgern eine bequeme Möglichkeit zur Entsorgung zu bieten.
Ein Beispiel für nachhaltige Stadtentwicklung
Die Bemühungen um Sauberkeit und umweltbewusstes Verhalten sind nicht nur auf Marzahn-Hellersdorf beschränkt. Auch in anderen deutschen Städten wie Kiel, die als erste „Zero Waste-City“ zählt, wird Abfallvermeidung und Kreislaufwirtschaft großgeschrieben. Kiel plant bis 2035 eine Reduktion der Siedlungsabfälle um 15% pro Kopf und Jahr. Ein erfolgreiches Zero-Waste-Konzept wurde dort bereits entwickelt, geprägt durch eine starke Bürgerbeteiligung.
Maic Verbücheln vom Deutschen Institut für Urbanistik hebt die vielversprechende Zukunft der Zero-Waste-Abfallwirtschaft hervor. Ein ähnliches Engagement zeigt sich auch in Städten wie Regensburg und München, die Kiel als Vorbild nehmen, um eigene Konzepte für die Abfallvermeidung zu erarbeiten und umzusetzen. Die Initiativen aus diesen Städten und die laufenden Projekte in Marzahn-Hellersdorf flankieren die Zielsetzung einer nachhaltigen, sauberen und umweltfreundlichen urbanen Lebensweise.