Am 30. September 2025 findet in der Humboldt-Bibliothek in Berlin-Tegel eine Lesung mit dem Titel „Ich schreibe dir, während ich mit 800 Stundenkilometern oberhalb der Wolken fliege“ statt. Die Veranstaltung wird von den beiden Autoren Khuê Phạm und Deniz Utlu bestritten, die sich intensiv mit dem Thema Heimat und Zugehörigkeit auseinandersetzen. Diese Lesung ist Teil des Demokratimonats 2025 und bietet einen Raum für Reflexion über Kindheitserfahrungen, die Entwicklung des Landes sowie die Sicherheit, die das Zuhause verspricht. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei, was sie für ein breites Publikum zugänglich macht, und beginnt um 19.30 Uhr.
Khuê Phạm, aufgewachsen in Reinickendorf, ist eine vielseitige Schriftstellerin und Journalistin, die für ihre Arbeiten über Einwanderung und Identität bekannt ist. Ihr Debütroman „Wo auch immer ihr seid“ ist von ihrer vietnamesischen Familie inspiriert. Phạm hat das Buch „Wir neuen Deutschen“ mitverfasst, welches die Erfahrungen von Einwandererkindern in Deutschland thematisiert. Ihr Engagement zeigt sich auch in ihrer Rolle als Jurymitglied des Internationalen Literaturpreises des Hauses der Kulturen der Welt, was ihre Bedeutung in der literarischen Szene unterstreicht.
Literarische Einblicke und Gemeinschaft
Deniz Utlu, geboren 1983 in Hannover als Sohn türkischer Eltern, hat sich ebenfalls einen Namen als Essayist und Schriftsteller gemacht. Seine Romane, die am Maxim Gorki Theater inszeniert wurden, und seine langjährige Tätigkeit als Herausgeber des Kulturmagazins „freitext“ belegen sein Engagement in der Literaturszene. Utlu behandelt in seinen Arbeiten häufig Themen, die mit Identität und Migration verknüpft sind, was ihn zu einem wichtigen Gesprächspartner für diese Lesung macht.
In der Diskussion werden auch die Fragen behandelt, wie Gemeinschaften Menschen ein Gefühl von Zugehörigkeit und Unterstützung geben. Der Dialog wird darüber hinaus die möglichen Auswirkungen von Ausschluss und dem Verlassen solcher Gemeinschaften ansprechen. Solche Themen sind besonders relevant für die Migranten im 21. Jahrhundert, die oft mit Identitätskrisen kämpfen, die sowohl positiv als auch negativ erlebt werden können. Die Literatur bietet hier einen wichtigen Reflexionsraum.
Der Kontext von Migration und Identität
Das Thema Migration ist nicht neu in Deutschland, sondern hat eine lange Geschichte, die nach 1955 mit der Anwerbung von Arbeitsmigranten aus Südeuropa begann und sich in den letzten Jahren durch den Anstieg der Flüchtlingszahlen stark verändert hat. In den letzten Jahren haben mehr als 1,5 Millionen Flüchtlinge zwischen 2015 und 2021 in Deutschland Schutz gesucht. Diese sozialen und politischen Faktoren prägen die Identität von Migranten und deren Zugehörigkeitsgefühl entscheidend.
Die Relevanz der Identität, die sich durch soziale, politische und kulturelle Dimensionen entwickelt, wird in der Literatur des 21. Jahrhunderts immer spürbarer. Autoren wie Khuê Phạm und Deniz Utlu bieten durch ihre Werke und Diskussionen wertvolle Einblicke in diese komplexen Themen. Ihre Lesung ist nicht nur eine literarische Veranstaltung, sondern auch ein wichtiger Beitrag zur Debatte über Heimat und Identität, die im gesamten gesellschaftlichen Diskurs von Bedeutung ist.
Für alle Interessierten an Themen rund um Migration, Identität und Literatur bietet die Lesung am 30. September 2025 in der Humboldt-Bibliothek eine einmalige Gelegenheit zur Begegnung und zum Austausch. Weitere Informationen sind auf der Website der Stadtbibliothek Reinickendorf verfügbar.