Am 20. Februar 2026 fand in Reinickendorf eine bedeutende Zeremonie statt, bei der die Bezirksbürgermeisterin Emine Demirbüken-Wegner das feierliche Gelöbnis von Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr begleitete. In ihrer Ansprache betonte sie, dass dieses Gelöbnis ein starkes Zeichen für Verantwortung sowie den hohen Stellenwert von Recht, Freiheit und demokratischer Grundordnung darstellt. Für die Rekruten ist dieser Tag ein Ausdruck gelebter Demokratie und ein wichtiger Moment in ihrer militärischen Laufbahn. Angehörige und Gäste waren eingeladen, diesen besonderen Familientag mitzuerleben, der neben dem Gelöbnis auch einen Gottesdienst und verschiedene weitere Programmpunkte umfasste.

Die Bezirksbürgermeisterin würdigte zudem die besondere Rolle des Standorts in Reinickendorf und die enge Verbindung zwischen der Bundeswehr und dem Bezirk. Diese Verbundenheit ist nicht nur lokal von Bedeutung, sondern findet auch in den bundesweiten Traditionen ihren Ausdruck, die regelmäßig im Rahmen öffentlicher Gelöbnisse gefeiert werden.

Tradition und Verantwortung

Das feierliche Gelöbnis ist seit 1999 eine feste Tradition der Bundeswehr. Am 20. Juli 2024, im Bendlerblock in Berlin, legten rund 400 Rekrutinnen und Rekruten ihr Gelöbnis ab. An diesem Tag erinnerten Politiker wie Bundeskanzler Olaf Scholz und Verteidigungsminister Boris Pistorius an die historische Bedeutung des Widerstands gegen das nationalsozialistische Regime, insbesondere an den Widerstand um Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Dieser Widerstand wird als Grundstein für das demokratische Deutschland gewürdigt. Während der Zeremonie forderte Scholz die Rekruten auf, ihr Gelöbnis in einer herausfordernden Zeit abzulegen, inmitten der aktuellen geopolitischen Spannungen, insbesondere angesichts des russischen Angriffs auf die Ukraine.

Pistorius warnte vor den Gefahren für die Demokratie, die sowohl von außen als auch von innen kommen. Dies verdeutlicht die reale Verantwortung, die Soldaten tragen, um Freiheit und Demokratie zu verteidigen. Die Zeremonien am 20. Juli haben sich seit 1999 an historischen Stätten in Berlin etabliert, wobei die Teilnahme in der Regel auf Angehörige und geladene Gäste beschränkt ist.

Das Gelöbnis im Kontext der deutschen Geschichte

Das Gelöbnis wird durch § 9 Abs. 2 des Soldatengesetzes geregelt und ist ein feierlicher Akt zu Beginn der Dienstzeit. Die Gelöbnisformel lautet: „Ich gelobe, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen.“ Berufssoldaten leisten einen Diensteid, bei dem sie anstelle von „gelobe“ „schwöre“ verwenden. Diese Zeremonien sind nicht nur für die Soldaten von Bedeutung, sondern auch für die Gesellschaft, da sie eine Brücke zwischen der Bundeswehr und der Zivilbevölkerung schlagen.

Öffentliche Gelöbnisse wurden erstmals 1980 außerhalb von Kasernen durchgeführt, und seit 1996 führt das Bundesministerium der Verteidigung solche Gelöbnisse in Berlin durch, um Bürgernähe zu zeigen. Trotz Protesten unter dem Schlagwort Gelöbnix bis 2010, die sich gegen die öffentliche Durchführung von Gelöbnissen richteten, bleibt das feierliche Gelöbnis ein wichtiger Bestandteil der deutschen Tradition und ein Symbol für den Einsatz für Freiheit und Demokratie.