Heute ist der 4.02.2026, und die Berliner DRK Kliniken stehen vor einer entscheidenden Umstrukturierung. Die Kliniken konzentrieren ihr Leistungsportfolio und sollen eine zentrale Rolle im neuen Krankenhausplan der Hauptstadt spielen. Ziel dieser Maßnahmen ist es, bald wieder schwarze Zahlen zu schreiben, nachdem in der Vergangenheit erhebliche finanzielle Verluste verzeichnet wurden. Vor zwei Jahren betrug das Minus 9 Millionen Euro, und für 2025 wird ein voraussichtliches Minus von 7,5 Millionen Euro erwartet. Für 2026 plant man, das Minus auf maximal 2 Millionen Euro zu reduzieren oder sogar ein ausgeglichenes Ergebnis zu erreichen. Dabei hängt das Ergebnis jedoch stark von Sondereffekten ab, die mit der Zusammenführung der Standorte Mitte und Westend verbunden sind.
Ein großes Projekt in diesem Rahmen ist die Schließung des 260-Betten-Hauses in Berlin-Mitte, die für 2026 geplant ist. Diese Maßnahme erfolgt im Zusammenhang mit den Umstrukturierungen, die durch die Krankenhausreform in Berlin angestoßen wurden. Das DRK-Klinikum Wedding, wo diese Schließung stattfindet, wird mit dem DRK-Klinikum Westend am Spandauer Damm zusammengelegt. Bis zum Abschluss des Umzugs, der etwa ein halbes Jahr in Anspruch nehmen soll und im ersten Halbjahr 2027 erfolgen wird, bleibt der Betrieb in Berlin-Mitte aufrecht.
Herausforderungen und Personalwechsel
Ein weiterer Aspekt, der die DRK Kliniken betrifft, ist die Abwanderung des gesamten Teams der Viszeralchirurgie in ein anderes Berliner Krankenhaus. Dies führte kurzfristig zu Erlösverlusten von mehreren Millionen Euro, insbesondere durch den Abgang des Chefarztes und seines Teams. Diese Lücke wurde jedoch durch zusätzliche Kapazitäten und personelle Verstärkung am Standort Mitte aufgefangen. Die Abwerbung des Chefarztes wird als normal angesehen, besonders bei Abteilungsverlegungen, auch wenn die Möglichkeit weiterer Abgänge nicht ausgeschlossen ist.
Die DRK Kliniken Berlin, die vier Krankenhäuser, ein Hospiz und eine stationäre Pflegeeinrichtung umfasst, beschäftigen etwa 4.300 Mitarbeiter, die jährlich über 200.000 Patienten betreuen. Die DRK-Schwesternschaft Berlin ist dabei als alleiniger Gesellschafter der Kliniken aktiv und hat über 1.000 Mitglieder.
Die Auswirkungen der Krankenhausreform
Die laufenden Veränderungen sind Teil der umfassenden Krankenhausreform, die darauf abzielt, kleine Krankenhäuser zu schließen und die Anzahl der Krankenhausbetten zu reduzieren. Gesundheitssenatorin Ina Czyborra (SPD) verteidigt diese Reform und betont die Einsparungen, die damit erzielt werden sollen. Die Reform sieht eine Umstrukturierung der stationären Patientenversorgung vor, was auch die Schließung weiterer Abteilungen, wie der Kinderchirurgie am Klinikum Westend, umfasst. Die Profitorientierung im Gesundheitssystem führt zu einem intensiven Konkurrenzkampf und verstärkt die Zentralisierung, was langfristig die Versorgungsqualität beeinträchtigen könnte.
Die Krankenhausplanung der Länder regelt die Anzahl und Standorte von Krankenhäusern, um eine flächendeckende Gesundheitsversorgung zu gewährleisten. Die Einführung integrierter Notfallzentren (INZ) soll die Patientenströme optimieren, während das Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG) die rechtlichen Grundlagen für die neue Krankenhausreform schafft. Ziel ist es, qualitativ hochwertige stationäre Versorgungsstrukturen zu fördern und den Wandel in der Krankenhauslandschaft zu unterstützen. Informationen über die Qualität der Gesundheitsversorgung sollen durch das Krankenhaustransparenzgesetz veröffentlicht werden, um Patienten eine informierte Entscheidung zu ermöglichen.
Die Herausforderungen, vor denen die DRK Kliniken stehen, sind somit Teil eines größeren Trends im deutschen Gesundheitssystem, der sowohl Chancen als auch Risiken birgt. Die kommenden Monate werden zeigen, wie diese umfassenden Reformen die Gesundheitsversorgung in Berlin beeinflussen werden.