Massive Entlassungen in Tegel: 1.400 Jobs in der Flüchtlingshilfe verloren!

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Mitarbeiter in der Flüchtlingsunterkunft Tegel stehen vor Kündigungen. Zukünftige Veränderungen des Ankunftszentrums geplant.

Mitarbeiter in der Flüchtlingsunterkunft Tegel stehen vor Kündigungen. Zukünftige Veränderungen des Ankunftszentrums geplant.
Mitarbeiter in der Flüchtlingsunterkunft Tegel stehen vor Kündigungen. Zukünftige Veränderungen des Ankunftszentrums geplant.

Massive Entlassungen in Tegel: 1.400 Jobs in der Flüchtlingshilfe verloren!

Die Beschäftigungslage in der Flüchtlingsunterkunft auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tegel ist besorgniserregend. Aktuell verlieren zum Jahresende 1.400 Mitarbeitende, darunter viele vom DRK Sozialwerk Berlin und anderen Hilfsorganisationen, ihre Jobs. Die entsprechenden Verträge laufen aus und werden vermutlich nicht verlängert, wie rbb24 berichtet. Die Mitarbeitenden wurden bereits frühzeitig über diese Entwicklungen informiert, was die Unsicherheit in der Belegschaft verstärkt.

Ein zentrales Ankunftszentrum für Asylsuchende und Geflüchtete soll ab dem kommenden Jahr auf dem Gelände eingerichtet werden. Geplant ist eine Kapazität von 2.600 Plätzen, wobei die tatsächliche Anzahl der untergebrachten Menschen in den letzten Monaten deutlich gesunken ist. Ursprünglich wurde Tegel 2022 als temporäre Anlaufstelle für geflüchtete Menschen aus der Ukraine konzipiert. Diese sollten dort nur für kurze Zeit bleiben, bevor sie in andere Bundesländer oder Unterkünfte in Berlin weitervermittelt werden.

Perspektiven und Herausforderungen

Trotz der Pläne für das neue Ankunftszentrum bleibt die Situation für viele Mitarbeitende angespannt. Bereits Anfang November 2023 erhielten Mitarbeiter der DRK Hilfe für Menschen gGmbH (HfM) die Mitteilung, dass ihre Dienste im neuen Jahr nicht mehr benötigt werden. Dies betrifft vor allem die Beschäftigten, die an der Erbringung von Dienstleistungen in Tegel beteiligt sind. Rund 400 der insgesamt 1.200 Arbeitskräfte werden betroffen sein, was die Sorgen um die finanzielle Sicherheit dieser Menschen, viele von ihnen selbst Geflüchtete, erhöht.

Der Betriebsrat der HfM bezeichnete die angekündigten Kündigungen als ungerechtfertigt und reagierte mit einem offenen Brief an die Sozialsenatorin Cancel Kiziltepe, in dem ein Eingreifen gefordert wird. Grund für die Entlassungen ist eine Kostenersparnis, die laut dem DRK-Landesverband eine Rolle spielt, da der DRK in der Vergangenheit als unbequem galt, wenn es um Mitarbeiterschutz und die Verbesserung der Bedingungen für die Geflüchteten ging.

Finanzielle Aspekte und kritische Bedingungen

Die Flüchtlingsunterkunft in Tegel hat monatliche Kosten von rund 35 Millionen Euro für den Landeshaushalt. Sie bleibt vorerst bis Ende 2025 in Betrieb, trotz der Tatsache, dass die Kapazität zurzeit für bis zu 7.000 Menschen ausgelegt ist. Ein möglicher Ausbau der Einrichtung wurde bereits thematisiert.

Das ungeklärte Schicksal von vielen HfM-Mitarbeitern wirft Fragen über zukünftige Beschäftigungsmöglichkeiten auf. Die Unsicherheit wird durch Berichte über Missstände in der Unterkunft, wie unzureichende Heizung, defekte Duschanlagen und Probleme mit der Reinigung verstärkt. Insbesondere ein Bettwanzenproblem blieb über längere Zeit unbehandelt und trug zur Belastung der Mitarbeitenden bei. Diese Probleme wurden häufig von Betriebsräten angesprochen, jedoch oft ignoriert.

Die gesamte Situation in der Flüchtlingsunterkunft Tegel spiegelt nicht nur die Herausforderungen des Berliner Hilfesystems wider, sondern auch die großen sozialen und finanziellen Abwägungen, die im Bereich der Flüchtlingshilfe getroffen werden müssen. Die nächsten Monate werden entscheidend sein, sowohl für die angestellten Hilfskräfte als auch für die Geflüchteten, die auf eine sichere und würdige Unterbringung angewiesen sind.