Am 25. Oktober 2025 wird die Stadtbibliothek Spandau eine lyrisch-musikalische Lesung zu Ehren der bedeutenden Lyrikerin Mascha Kaléko veranstalten. Diese Veranstaltung markiert den 50. Todestag der Dichterin, der am 17. Juni 2025 erinnert wurde. Kaléko gilt als eine der einflussreichsten Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts; geboren 1907 in Österreich-Ungarn, kam sie als jüdisches Kind mit ihrer Familie zu Beginn des Ersten Weltkriegs nach Deutschland. Ihre Kindheit in Westgalizien prägte ihr späteres Werk, welches oft das Alltagsleben in Berlin thematisiert, während sie Teil des künstlerischen Milieus der Weimarer Republik wurde. Mehr dazu erfahren Sie in der Pressemitteilung von berlin.de.
Kálékos literarischer Durchbruch gelang ihr 1933 mit dem Gedichtband „Das lyrische Stenogrammheft“. Trotz ihrer Erfolge sah sie sich bald mit den repressiven Maßnahmen der Nationalsozialisten konfrontiert. 1935 wurde ihr Werk verboten und nur drei Jahre später emigrierte sie in die USA, kurz vor der Reichspogromnacht. Kálékos Flucht war von Schwierigkeiten geprägt: In New York kämpfte sie, um sich in einer fremden Umgebung zurechtzufinden, und war auf kleine Jobs angewiesen. Diese Erfahrungen spiegelt sie in ihrer Dichtung wider, die mit einem zärtlich-ironischen Ton sowohl Melancholie als auch Witz vereint. Ihre Poesie bleibt für viele Leser*innen von unveränderlicher Relevanz, wie in der Analyse von lesering.de deutlich wird.
Lyrisch-musikalische Lesung in Spandau
Die Lesung findet am 17. Juni 2025 um 19 Uhr im Lesecafé der Bezirkszentralbibliothek Spandau statt. Rosa Tennenbaum wird aus Kálékos Gedichten vortragen, während Jonathan Tennenbaum Klavierwerke von Max Reger, Camille Saint-Saens, Scott Joplin und Paul Desmond spielen wird. Anmeldungen sind aufgrund begrenzter Platzkapazitäten erforderlich und der Eintritt ist frei. Interessierte können sich unter events@ba-spandau.berlin.de oder telefonisch unter (030) 90279-5511 anmelden.
Ein Leben zwischen den Welten
Mascha Kaléko, deren Herkunft von jüdischer Identität und der Erfahrung des Exils geprägt ist, schuf Werke, die oft den Verlust der Sprache und die Sehnsucht nach Zugehörigkeit thematisierten. Nach ihrer Emigration zog sie 1959 mit ihrem zweiten Ehemann, dem Musiker Chemjo Vinaver, nach Israel, hatte jedoch nie das Gefühl, dort wirklich zu Hause zu sein. Ihr Tod im Jahr 1975 in Zürich hinterließ ein bedeutendes poetisches Erbe, das auch nach ihrem Tod in posthumen Sammlungen wie „Sei klug und halte dich an Wunder“ und „Mein Lied geht weiter“ weiterlebt. Kálékos Poesie reflektiert universelle Themen wie Liebe, Verlust und Identität und spricht damit viele Leser*innen bis heute an.
Mascha Kaléko bleibt eine zentrale Figur der deutschen Literaturgeschichte und bietet mit ihrem Werk Einblicke in die vielschichtigen Erfahrungen von Emigranten, die zwischen Heimat und Fremde navigieren müssen, wie auch die We Refugees Archive verdeutlicht.