Hilfreiche Veranstaltung zur Suchtprävention für Angehörige in Tempelhof
Am 8. Juli 2025 informiert eine Veranstaltung in Berlin über Suchtprävention im Alter und bietet Hilfsangebote für Betroffene.

Hilfreiche Veranstaltung zur Suchtprävention für Angehörige in Tempelhof
Am 8. Juli 2025 findet in Tempelhof-Schöneberg eine wichtige Informationsveranstaltung statt, die sich an Angehörige von Menschen mit problematischem Konsum richtet. Die Veranstaltung ist Teil einer vierteiligen Reihe der Alkohol- und Medikamentenberatungsstelle des Bezirks. Während der Sitzung erhalten die Teilnehmer Informationen über Anzeichen für problematischen Konsum und mögliche Unterstützungsangebote. Zudem wird ein Überblick über die Hilfs- und Beratungsangebote im Bezirk gegeben. Diese Informationen sind besonders wertvoll, da sie auf die eigene Gesundheit der Teilnehmenden hinweisen und einen wichtigen Schritt in der Suchtprävention darstellen. Die Veranstaltung ist barrierefrei erreichbar und erfordert keine vorherige Anmeldung, was den Zugang für alle Interessierten erleichtert.
Oliver Schworck, der Bezirksstadtrat für Jugend und Gesundheit, hebt die Bedeutung der Erkennung von Anzeichen für Suchtproblematiken hervor. Gleichzeitig betont er die Notwendigkeit, vorhandene Hilfsangebote zu nutzen. „Wir wollen betroffenen Familien helfen, die Herausforderungen besser zu bewältigen“, so Schworck. Diese Veranstaltungsreihe wird im Rahmen des Projektes „Suchtprävention im Alter“ durchgeführt, welches aus Mitteln des Bezirkshaushaltes gefördert wird. Der Träger des Projektes ist der Notdienst für Suchtmittelgefährdete und -abhängige Berlin e.V. Um die Informationen weiter zugänglich zu machen, werden weitere Details auf der Webseite der Alkohol- und Medikamentenberatungsstelle bereitgestellt.
Problematischer Konsum im Alter
Mit fortschreitendem Alter verändern sich nicht nur die Bedürfnisse, sondern auch die Verbrauchsmuster von Alkohol und Medikamenten. Laut der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen sind etwa 2-3 % der Männer und 0,5-1 % der Frauen über 60 Jahre von Alkoholmissbrauch oder -abhängigkeit betroffen. Dabei sinkt im Allgemeinen der Alkoholkonsum mit dem Alter; dennoch ist es wichtig, das Thema aufmerksam zu betrachten, da der Missbrauch psychoaktiver Medikamente, insbesondere von Benzodiazepinen, steigt. Physiologische Alterungsprozesse und die oftmals begleitenden chronischen Krankheiten können zu einer erhöhten Anfälligkeit führen.
Die Berliner Alters-Studie zeigt, dass etwa 24,6 % der Personen ab 70 Jahren Psychopharmaka einnehmen, wobei 13,2 % dieser Gruppe Benzodiazepine konsumieren. Besonders besorgniserregend ist die Tatsache, dass eine Dauerbehandlung bei etwa 90 % der Benzodiazepin-Behandelten besteht, was bedeutet, dass die Medikamente länger als sechs Monate eingenommen werden. Experten empfehlen, Benzodiazepine aufgrund des hohen Abhängigkeitspotenzials nicht länger als 4 bis 6 Wochen zu verordnen. Trotzdem nehmen rund die Hälfte der Nutzer diese täglich ein, was auf eine alarmierende Entwicklung hinweist.
Präventionsangebote verbessern
Die Initiativen zur Suchtprävention, wie die informative Veranstaltung der Alkohol- und Medikamentenberatungsstelle, sind wichtig, um das Bewusstsein für Suchtproblematiken im Alter zu schärfen. In Deutschland ist die Tendenz steigend, ältere Erwachsene mit Medikamenten zu behandeln, was einer erhöhten Suchtgefahr gleichkommt. Die Veranstaltung in Tempelhof-Schöneberg ist eine von vielen Maßnahmen, um sowohl den Angehörigen als auch den Betroffenen zu helfen, die Gefahren rechtzeitig zu erkennen und Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Für weitere Informationen können Interessierte die Webseiten Berlin.de, DasSuchtPortal und Berlin Suchtprävention besuchen.