Am 21. Juni 1933 begann in Köpenick eine brutale Verhaftungs- und Gewaltwelle der Nationalsozialisten, die bis zum 26. Juni anhielt. Diese beispiellose Eskalation von Gewalt wurde als „Köpenicker Blutwoche“ bekannt und symbolisierte die dunkle Phase der Machteroberung der Nationalsozialisten. Laut berlin.de wurden dabei Einheiten der SA und SS eingesetzt, die mehrere hundert politisch Andersdenkende und Jüdinnen sowie Juden verschleppten und misshandelten. Mindestens 23 Menschen verloren während dieser Ereignisse ihr Leben.
Insgesamt wurden nach Schätzungen rund 500 Personen von der lokalen SA-Brigade festgenommen. Ziel dieser Maßnahmen waren vor allem Zivilisten, insbesondere Kommunisten und Juden. Die Brutalität dieser Aktionen blieb nicht unbeobachtet: Einige der Opfer trugen bleibende körperliche und psychische Schäden davon, und viele verschwanden spurlos. Während der Repressionen wurden einige der Festgenommenen in zwei Gaststätten in Köpenick gefoltert. Wikipedia berichtet, dass sogar die Familien von Widerständlern, wie im Fall von Anton Schmaus, der in Notwehr zwei SA-Männer tötete, auf grausame Weise verfolgt wurden.
Gedenken an die Opfer
Um den Opfern der „Köpenicker Blutwoche“ zu gedenken, sind verschiedene Veranstaltungen geplant. Die ersten Gedenkveranstaltungen fanden bereits am 21. Juni 2025 statt, unter anderem mit einer Eröffnungsrede von Marco Brauchmann, dem Bezirksstadtrat, in der Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche in der Puchanstraße 12, 12555 Berlin. Zudem fand am 22. Juni 2025 eine öffentliche Führung mit dem Titel „Die Rolle der Frauen in der Köpenicker Blutwoche – Spurensuche im Elsengrund“ statt. Diese Veranstaltung bot den Teilnehmenden die Möglichkeit, die historischen Ereignisse genauer zu verstehen.
Ein weiteres Highlight war die Aufführung des Puppentheaterstücks „Wenn alles auseinanderfällt“ von Susi Claus, das die Ereignisse und deren Auswirkungen thematisiert und im selben Jahr in der Gedenkstätte stattfand. Das Theaterstück basiert auf Dokumenten aus Archiven sowie Gesprächen mit Nachfahren der Opfer. Der Eintritt war frei und die Anmeldung wurde über die E-Mail-Adresse museum@ba-tk.berlin.de ermöglicht. Um sicherzustellen, dass die Gedenkkultur gewahrt bleibt, wurde eine Ausschlussklausel für Personen aus der rechtsextremen Szene verabschiedet.
Kontext der Ereignisse
Die „Köpenicker Blutwoche“ ereignete sich in einem Kontext, in dem die SA unter der Leitung von Herbert Gehrke versuchte, ihre Macht und den Einfluss der nationalsozialistischen Ideologie massiv auszuweiten. Die Angriffe auf Andersdenkende waren Teil einer Reihe von Aktionen, die die Konsolidierung der Macht nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten vorantreiben sollten. Diese brutalen Übergriffe wurden von Joseph Goebbels, dem Gauleiter von Berlin, stark publiziert, was die gesellschaftliche Wahrnehmung stark beeinflusste.
Die Auseinandersetzung mit dieser dunklen Geschichte bleibt auch heute von großer Bedeutung. Auf verschiedenen Gedenkstätten, nicht nur in Berlin, wird an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Laut einer Liste auf Wikipedia finden sich zahlreiche Mahn- und Gedenkstätten in Deutschland und darüber hinaus, die die Erinnerung an die Opfer wachhalten und die Vergangenheit aufarbeiten helfen sollen. Solche Gedenkinitiativen sind entscheidend, um den Lehren aus der Geschichte gerecht zu werden und eine Wiederholung ähnlicher Verbrechen zu verhindern.