In Berlin-Spandau wurde zwischen dem 11. und 14. Juni 2025 ein bedeutender Besuch einer ukrainischen Delegation aus Korosten durchgeführt. Die Delegation, angeführt von Bürgermeister Volodymyr Moskalenko, hatte das Ziel, die kommunalen Beziehungen zu stärken und sich über mögliche Kooperationen auszutauschen. Begleitet wurde die Gruppe von Oleg Ryaboy, Alina Semenenko und Ruslan Yarmolyuk. Die offizielle Begrüßung fand am 12. Juni im Rathaus Spandau durch Bezirksbürgermeister Frank Bewig und die stellvertretende Bürgermeisterin Dr. Carola Brückner statt.
Der Besuch beinhaltete nicht nur formelle Gespräche, sondern auch einen kulturellen Austausch. Im Rahmen des Programms wurde die historische Zitadelle Spandau besichtigt, und die Delegation hatte die Gelegenheit, Einblicke in die Geschichte des Bezirks sowie Berlins zu erhalten. Diese Maßnahmen wurden durch den Partnerschaftsverein Spandau unterstützt, der dazu beitrug, die Verbindung zwischen den beiden Städten zu festigen. Volodymyr Moskalenko äußerte sich optimistisch über die zukünftige Zusammenarbeit und betonte, dass der Austausch als herzlich, konstruktiv und zukunftsorientiert wahrgenommen wurde.
Kultureller Austausch in der Schule
Der interkulturelle Austausch wird nicht nur auf kommunaler Ebene großgeschrieben, sondern findet auch an Schulen statt. Ein bemerkenswerter Schüleraustausch zwischen der Gesamtschule Edertal in Deutschland und der tschechischen Partnerschule Horní Čermná fand vom 4. bis 10. Juni 2023 statt. Neunzehn Schülerinnen und Schüler aus Edertal begrüßten ihre Gastschüler und erlebten eine Woche voller kultureller und sprachlicher Erlebnisse. Organisiert wurde der Austausch durch den Deutsch-Tschechischen Zukunftsfond und den Förderverein für die Partnerschaft, unterstützt von den Gastfamilien.
Zu den Aktivitäten gehörten unter anderem Besuche von lokalen Unternehmen und Ausflüge zu historischen Sehenswürdigkeiten. Die Schüler nahmen an einer Stadtführung durch Korbach teil und besuchten den beeindruckenden Bergpark Wilhelmshöhe in Kassel. Diese Art des Austausches stärkt nicht nur die Sprachkenntnisse der Teilnehmer, sondern fördert auch das interkulturelle Verständnis, wie Antje Kuswa, die Organisatorin des Programms, betont.
Die Bedeutung von Austauschprogrammen
Die Forschung rund um interkulturellen Austausch wird von Experten wie Dr. Gabriela Fellmann unterstützt, die sich intensiv mit der Förderung interkultureller Kompetenzen bei Schülern beschäftigt. Dr. Fellmann, Schulleiterin am Ratsgymnasium Peine, hat ein phasenorientiertes Modell für Schüleraustauschfahrten entwickelt und hebt hervor, dass solcher Austausch ein grundlegender Bestandteil der schulischen Bildung sein sollte. Sie argumentiert, dass die Persönlichkeitsentwicklung und interkulturelle Kompetenz durch internationale Austauschprogramme erheblich profitieren.
Ein wichtiger Aspekt ist die umfassende Vorbereitung und Nachbereitung solcher Programme. Dr. Fellmann erläutert, dass Reflexionsphasen entscheidend sind, um den Mehrwert von Austauschaktivitäten zu optimieren. Demnach ist es notwendig, dass Schulen mehr Ressourcen für Austauschaktivitäten bereitgestellt bekommen und die Lehrkräfte umfassende Unterstützung in der Konzeption von Austauschformaten erhalten, um die interkulturelle Bildung systematisch zu fördern.
Das Bezirksamt Spandau zeigt sich, derweil, erfreut über die gelungenen Begegnungen und freut sich auf weitere Dialoge sowie Austauschformate, die sowohl kommunale als auch schulische Beziehungen stärken können.
Der Besuch der ukrainischen Delegation sowie die Aktivitäten in Edertal und die Ansichten von Dr. Fellmann verdeutlichen die zunehmende Relevanz interkultureller Kompetenzen in einer globalisierten Welt.
Weitere Informationen zu den Treffen und den Austauschprogrammen erhalten Sie auf den Webseiten von Berlin.de, Eder Dampfradio und Austausch macht Schule.