Am 25. Juni 2025 wird die Humboldt-Bibliothek in Berlin-Tegel zur Kulisse für die Buchvorstellung von Ottmar Ette. Ab 19:30 Uhr wird der renommierte Humboldt-Experte und Professor für Romanistik und Komparatistik an der Universität Potsdam sein neues Werk „Mein Name sei Amo“ präsentieren. Die Veranstaltung wird von der Moderatorin Antje Bielfeld-Müller geleitet. Das Buch beleuchtet das Leben von Anton Wilhelm Amo, dem ersten schwarzen Philosophen an einer deutschen Universität.

Anton Wilhelm Amo ist eine herausragende Figur der Aufklärung und wurde als Kind auf einem Sklavenschiff aus Afrika nach Europa gebracht. Trotz der kolonialen Lebensrealität konnte er eine Professur in Halle erreichen. Die Lebensgeschichte dieses bedeutenden Denkers, der als „erster schwarzer Philosoph“ gilt, spiegelt die Herausforderungen und den Widerstand wider, denen er im 18. Jahrhundert gegenüberstand. In seinem neuen Roman verbindet Ette analytisch-pragmatisches und fiktiv-imaginäres Schreiben und thematisiert Rassismus sowie die Gleichwertigkeit von Kulturen.

Einblicke in Amos Leben

In seinem Roman, der 2024 im Kulturverlag Kadmos erscheint, wird die Biografie von Anton Wilhelm Amo nachgezeichnet, beginnend mit seiner Geburt in Ghana Ende des 17. Jahrhunderts. Amo, der als Sklave verkauft wurde, studierte in Halle und Wittenberg und hatte prägende Stationen in Jena sowie eine Rückkehr nach Afrika im Jahr 1748. Ein besonderer Erzählstrang wird von einem allwissenden Ich-Erzähler, einem Pudel namens Zepp, übernommen, der kommentierend durch Amos Leben führt und dessen Philosophie der Aufklärung beleuchtet.

Ottmar Ette hat bereits vor zehn Jahren die Studie „Anton Wilhelm Amo. Philosophieren ohne festen Wohnsitz“ veröffentlicht, in der er die Philosophie der Aufklärung zwischen Europa und Afrika behandelt. Diese Studie unterstreicht die Ignoranz, der Amos Philosophie über viele Jahrhunderte hinweg aus rassistischen Gründen ausgesetzt war. Mit „Mein Name sei Amo“ erweitert Ette dieses Thema und reflektiert die Gleichwertigkeit von Kulturen, Religionen und Sprachen, was in der aktuellen Diskussion um Interkulturalität eine bedeutende Rolle spielt.

Veranstaltungsdetails und Hintergrund

Die Buchvorstellung in der Humboldt-Bibliothek ist kostenfrei und bietet Interessierten die Möglichkeit, tiefer in die Thematik einzutauchen. Der Roman hat eine Länge von 376 Seiten und kostet 29,80 €. Weitere Informationen zur Veranstaltung können auf der Webseite der Stadtbibliothek Reinickendorf nachgelesen werden.

Im Kontext der aktuellen Ausstellung im Deutschen Historischen Museum (DHM) wird die Dialektik der Aufklärung thematisiert, welche eng mit den Fragen der interkulturellen Verständigung verknüpft ist. Diese Diskussion greift auch auf die kritischen Blicke auf den Rassismus der deutschen Aufklärung zurück, wie sie in dem Beitrag von Bärbel Völkel zu finden sind, der in dem Buch „Auf den Spuren von Anton Wilhelm Amo: Philosophie und der Ruf nach Interkulturalität“ veröffentlicht wurde.

So bereitet die Buchvorstellung nicht nur die Präsentation von Ottmar Ettes literarischem Werk vor, sondern eröffnet gleichzeitig auch einen Raum für wichtige gesellschaftliche Diskussionen über Rassismus und die Rolle von Kultur und Sprache in der Aufklärung.