Berliner sprechen sich klar für A100-Ausbau trotz Verkehrschaos aus!
Eine Umfrage zeigt, dass die Mehrheit der Berliner (57%) den Weiterbau der A100 bis Lichtenberg befürwortet, trotz Verkehrsproblemen.

Berliner sprechen sich klar für A100-Ausbau trotz Verkehrschaos aus!
Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass die Mehrheit der Berliner den Weiterbau der A100 bis Lichtenberg befürwortet. Laut einer von Civey für den Tagesspiegel durchgeführten Umfrage sprechen sich 57 Prozent der Befragten dafür aus, während 32 Prozent dagegen sind. Die Umfrage, an der 2.500 Berliner ab 16 Jahren zwischen dem 27. August und 20. September teilnahmen, weist einen statistischen Fehler von 3,9 Prozentpunkten auf. Besonders positiv wird der Weiterbau von Anhängern der CDU (83 Prozent), FDP (79 Prozent) und AfD (75 Prozent) bewertet.
In der Befragung äußerten 44 Prozent der Teilnehmer eine positive Meinung zum Weiterbau, während 13 Prozent eher positiv, 32 Prozent negativ oder eher negativ und 11 Prozent unentschieden sind. Das Ergebnis zeigt eine klare parteipolitische Kluft: Während die Mehrheit der AfD-, FDP- und CDU-Wähler hinter dem Projekt steht, sind die Positionen bei SPD, Grünen und Linken eher kritisch. Nur 49 Prozent der SPD-Anhänger unterstützen den Ausbau, während 34 Prozent dagegen sind. Bei den Linken und Grünen ist die Ablehnung mit 79 Prozent beziehungsweise 71 Prozent besonders hoch. Tagesspiegel berichtet, dass die Autobahn GmbH des Bundes jedoch nicht mehr von einem Baubeginn im aktuellen Jahrzehnt ausgeht.
Verkehrschaos und Planverzögerungen
Die Verkehrssituation rund um die Elsenbrücke hat sich seit der Eröffnung des 16. Bauabschnitts verschlechtert, was zu einem deutlichen Anstieg des Verkehrsaufkommens geführt hat. Die BVG stellte deshalb den Busbetrieb über eine Behelfsbrücke ein. Hier sind gerade im Süden Berlins in manchen Straßen jedoch weniger Verkehrsbewegungen zu beobachten als im Vorjahr, etwa auf der Strecke von Neukölln nach Plänterwald. SPD, Grüne und Linke fordern in Anbetracht der schwierigen Verkehrslage, den neuen Autobahnabschnitt vorübergehend zu schließen, bis die Bauarbeiten an der Elsenbrücke abgeschlossen sind.
Die Fertigstellung der Elsenbrücke verzögert sich zudem aufgrund von schlechtem Wetter und Personalmangel. Der westliche Teil wird frühestens im Januar fertiggestellt. Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) plant, zwei Fahrspuren für Autos auf der Elsenbrücke zur Verfügung zu stellen, um den Rückstau auf der A100 zu verringern. Währenddessen wird der Bau des 17. Abschnitts der A100 als teuerstes Autobahnprojekt Deutschlands eingestuft und die Kostenschätzung beträgt nun rund 1,8 Milliarden Euro, 300 Millionen Euro mehr als zuvor prognostiziert.
Kosten und soziale Auswirkungen
Die steigenden Kosten für den Ausbau werden auf den Anstieg des Baupreisindex um mehr als neun Prozent im letzten Jahr zurückgeführt. Die Bundesregierung rechnet für alle Autobahnprojekte mit Mehrkosten von rund 15,4 Milliarden Euro. Der Ausbau der A100 umfasst zwei Abschnitte: Der 16. Bauabschnitt (3,2 km) vom Autobahndreieck Neukölln zur Anschlussstelle Treptower Park ist im Zeitplan und soll im ersten Halbjahr 2025 abgeschlossen werden. Der 17. Bauabschnitt (4,1 km) verläuft vom Treptower Park über die Spree, unter dem Ostkreuz und zur Frankfurter Allee und ist mit Kosten von rund 1,1 Milliarden Euro geplant.
Die Kosten pro Meter Straße belaufen sich auf etwa 246.000 Euro, wobei die größtenteils durch den Bund übernommen werden. Das Projekt stößt auf einige Proteste, insbesondere von Seiten der Grünen und Linken, die wegen der hohen Kosten und der Auswirkungen auf Wohnhäuser und Clubs kritisch stehen. Rund 2.000 Menschen demonstrierten gegen den Ausbau, und das unter dem Motto „A100 wegbassen“. Trotz der kontroversen Meinungen sieht das FDP-geführte Bundesverkehrsministerium Vorteile in der Verbesserung der Verkehrsanbindung und der Entlastung des Durchgangsverkehrs. Für weitere Informationen zu den Hintergründen und Details des Projektes, siehe Spiegel sowie rbb24.