Babelsberg 03: Saisonstart unter Druck – Droht der Ausschluss aus der Regionalliga?
SV Babelsberg 03 beginnt die Saisonvorbereitung für die Regionalliga mit Herausforderungen, Neuzugängen und einem geplanten Protest gegen Strafzahlungen.

Babelsberg 03: Saisonstart unter Druck – Droht der Ausschluss aus der Regionalliga?
Am 10. Juli 2025 bereitet sich der SV Babelsberg 03 auf die bevorstehende Saison in der Regionalliga Nordost vor. Die Saisonvorbereitung beginnt am 27. Juli mit einem Heimspiel gegen Carl-Zeiss Jena. Sportvorstand Paul Bachmeyer äußert sich optimistisch über die Stimmung im Team und die geplanten Teambildungsmaßnahmen, einschließlich eines „Survival Camps“.
Trainer Ronny Ermel, der seit Februar 2025 im Amt ist, genießt trotz der zuletzt sportlichen Schwierigkeiten das Vertrauen des Vereins. Das Saisonziel für die kommende Spielzeit ist ein einstelliger Tabellenplatz, zusätzlich wird ein Sieg im Landespokal angestrebt. Allerdings stehen dem Verein auch erhebliche finanzielle Herausforderungen bevor.
Finanzielle Herausforderungen
Der SV Babelsberg sieht sich mit einer hohen Verbandsstrafe in Höhe von 34.000 Euro konfrontiert und hat mit einem Minus von 74.000 Euro für das Jahr 2024 zu kämpfen. Der Etat für die erste Mannschaft wurde um 25.000 Euro gekürzt, was die angespannte Situation zusätzlich verschärft. Rückgänge bei den Ticket-Einnahmen und gestiegene Kosten an Spieltagen tragen zur finanziellen Belastung bei.
Führungsspieler wie Philipp Zeiger, Gordon Büch und Gian Luca Schulz bleiben dem Verein treu, während Co-Kapitän Andreas Pollasch und Torhüter Yannic Stein, der zu Union Berlin zurückkehrt, den Verein verlassen müssen. Zu den Neuzugängen zählen Jannis Lang als Defensivspieler, Luis Müller als Flügelstürmer sowie Linus Queißer, der von Braunschweig ausgeliehen wird, und Alexander Georgiadi, der vom VfL Wolfsburg U19 kommt. Eine Verpflichtung von Spielertyp Frahn, der letzte Saison 16 Tore erzielt hat, kommt aufgrund der finanziellen Lage nicht in Frage.
Rechtliche Auseinandersetzungen und mögliche Sanktionen
Die finanzielle Situation steht jedoch im Schatten einer gravierenden rechtlichen Auseinandersetzung. Dem SV Babelsberg droht der Ausschluss aus der Regionalliga, falls eine ausstehende Geldstrafe von 7.000 Euro nicht fristgerecht gezahlt wird. Diese Frist endet am kommenden Freitag. Der Verein erhebt Protest gegen das Urteil des Nordostdeutschen Fußball-Verbands (NOFV) wegen Vorfällen während eines Spiels gegen FC Energie Cottbus im April 2017, bei dem es zu mehrmaligen Unterbrechungen kam, da Pyrotechnik gezündet wurde und antisemitische sowie rassistische Rufe zu hören waren.
Babelsberg kritisiert das Urteil als unzureichend und verfälscht, insbesondere im Vergleich zur geringeren Strafe für den FC Energie Cottbus. Der Präsident des Vereins, Archibald Horlitz, hat das Vorgehen des NOFV scharf verurteilt und kündigte friedlichen Protest an. Die Vereinsspitze erwartet eine Neubewertung des Urteils, insbesondere in Bezug auf die Vorwürfe zur Pyrotechnik, für die sie bereit sind, einen Teil des Urteils zu akzeptieren, jedoch nicht die gesamte Summe.
Die aktuelle Situation spiegelt die Herausforderungen wider, mit denen der SV Babelsberg konfrontiert ist, nicht nur auf dem Spielfeld, sondern auch abseits des Rasens. Der Verein setzt auf eine verstärkte Nachwuchsförderung und plant Investitionen in die Jugendabteilung, um langfristig eine gesunde finanzielle Basis zu schaffen.
Die Saisoneröffnung findet am 12. Juli im Karl-Liebknecht-Stadion statt, wo der neue Kader vorgestellt wird und zudem ein Blitzturnier gegen FSV Babelsberg 74 und TuS Makkabi ausgetragen wird. Der Verein hofft, die finanzielle und sportliche Situation in den kommenden Monaten stabilisieren zu können.