Berlin

Berlin zahlt Millionen für Parkplätze im Umland: Wo in Brandenburg neue Park-and-Ride-Anlagen entstehen sollen

200.000 Menschen pendeln täglich von Brandenburg nach Berlin. Damit künftig weniger von ihnen in die Innenstadt fahren, wollen Berlin und Brandenburg gemeinsam den Bau von Park-and-Ride- und Bike-and-Ride-Anlagen im Berliner Umland vorantreiben. Am Donnerstag unterzeichneten Verkehrssenatorin Bettina Jarasch (Grüne) und ihr brandenburgischer Amtskollege Guido Beermann (CDU) eine Finanzierungsvereinbarung. Künftig wollen die beiden Länder die brandenburgischen Kommunen mit zusätzlichen Mitteln beim Bau von Parkhäusern und Parkflächen unterstützen.

Das Land Brandenburg will bis zu sechs Millionen Euro in die Bauvorhaben der Städte und Gemeinden investieren. Berlin kommt jedes Jahr auf zwei Millionen Euro. Gerade die Zuschüsse aus der Hauptstadt sind keine Selbstverständlichkeit, da das Geld in einem anderen Bundesland verwendet wird.

Das ist in unserem eigenen Interesse, denn die Erleichterung werden wir in Berlin spüren.

Berlins Verkehrssenatorin Bettina Jarasch (Grüne) über die Förderung von Park-and-Ride-Anlagen in Brandenburg

Dennoch sieht Jarasch gute Gründe für das finanzielle Engagement. „Das ist in unserem eigenen Interesse, denn die Erleichterung werden wir in Berlin spüren.“ Nicht nur Berlins Straßen, sondern auch die Park-and-Ride-Anlagen in der Hauptstadt sind bereits voll. „Damit ermöglichen wir den Umstieg auf die Bahn.“ Auch bei diesem Thema betonte Beermann die Bedeutung der Zusammenarbeit: „Nur gemeinsam werden wir die Verkehrsprobleme in der Metropolregion lösen können.“

Den Vertrag unterzeichneten Jarasch und Beermann am Donnerstag am S-Bahnhof Bernau-Friedenstal. Direkt neben dem Bahnhof befindet sich seit 2021 ein modernes Parkhaus. Es bietet Platz für 590 Autos und 500 Fahrräder. 60 Fahrräder können zusätzlich in abschließbaren Boxen gesichert werden. Rund ein Drittel der Fahrradstellplätze war am Donnerstagmorgen belegt. Ein noch größerer Teil der Pkw-Stellplätze blieb frei. So ist im Parkhaus, das seit November für Autofahrer gebührenpflichtig ist, genug Platz für andere Pendler, um ihre Autos abzustellen.

Grundsätzlich besteht an Brandenburgs Bahnhöfen ein großer Bedarf an zusätzlichen Parkmöglichkeiten. Das ergab eine Studie des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB) aus dem Jahr 2020. Die Studie geht von einem Bedarf an insgesamt 8.800 Park-and-Ride- und 21.500 Bike-and-Ride-Plätzen an brandenburgischen Bahnhöfen aus.

Siehe auch  Gemüse statt Autos: „Minifarmen“ ersetzen Parkplätze in Berlin

Besonders groß ist der Bedarf in Eberswalde, wo 438 Pkw-Stellplätze fehlen. Auch in Königs Wusterhausen, Potsdam-Pirschheide und Ludwigsfelde fehlen hunderte Parkplätze. In Lübben wurde ebenso wie in Bernau-Friedenstal damit begonnen, den in der Studie identifizierten großen Bedarf mit neuen Systemen zu bedienen.

Laut Studie fehlen am Potsdamer Hauptbahnhof trotz vorhandener Fahrradgarage noch mehr als 2.000 Fahrradstellplätze. Flächen für mehr als tausend Fahrräder würden auch in Königs Wusterhausen und Brieselang benötigt. Um der hohen Nachfrage gerecht zu werden, wurden in den vergangenen Jahren bereits Bike-and-Ride-Anlagen in Eberswalde und Oranienburg errichtet. Auch in Königs Wusterhausen läuft die Ausschreibung für den Bau eines Fahrradparkhauses.

Weitere Anlagen sind mit Baubeginn im nächsten Jahr auch in Michendorf, Hohen Neuendorf und Eichwalde geplant. Zudem sollen an den Bahnhöfen an der Stammstrecke der Heidekrautbahn in Schildow, Schildow-Mönchmühle, Mühlenbeck und Schönerlinde-West Abstellanlagen für Autos und Fahrräder entstehen, die in den kommenden Jahren reaktiviert werden sollen.

Auch am Bahnhof Brand, unweit des Tropical Island, entsteht derzeit eine große Park-and-Ride-Anlage. Aus Sicht von Experten ist in diesem Fall die Nähe zur Autobahn A13 interessant. Möglichst viele Pendler sollen vom Fernverkehr auf die Schiene umsteigen.

  • Autobahn
  • Berliner Raum
  • Bettina Jarash

Kommentar verfassen

Ähnliche Artikel

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"

Adblock erkannt!

Adblocker speichern und verwenden Ihre personenbezogenen Daten und verkaufen diese u.U. an Dritte weiter. Schalten Sie in Ihrem und unserem Interesse den Adblocker aus. Keine Angst, wir verwenden keine Popups oder Umleitungen. Ein paar kleine, unauffällige Banner finanzieren uns einen Kaffee. Sonst gibt's hier keine Werbung.