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Wie ein Reparatur-Label den Elektroschrott reduzieren und die Kaufentscheidung beeinflussen könnte

Ein Recht auf Reparatur: Wie die Reparierbarkeit von Elektrogeräten die Kaufentscheidung beeinflusst

Stellen Sie sich vor, Sie könnten mit dem Kauf eines Elektrogeräts einen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Was wäre, wenn Sie durch die gezielte Auswahl eines Geräts dazu beitragen könnten, den Elektroschrottberg nicht weiter wachsen zu lassen? Eine Studie des Spezialversicherers Wertgarantie zeigt, dass 87 Prozent der Verbraucher bei der Auswahl eines neuen Elektrogeräts von einem Reparatur-Label beeinflusst werden würden. Dies hätte zur Folge, dass die Reparaturquote signifikant erhöht werden könnte. Das "Recht auf Reparatur", welches vom EU-Parlament beschlossen wurde, zielt genau darauf ab, die Verbraucher zu mehr Reparaturen zu animieren. In Zukunft haben Verbraucher das Recht, defekte Elektrogeräte reparieren zu lassen, was die Nutzungsdauer verlängern und damit das Elektroschrottaufkommen deutlich reduzieren könnte.

Das Interesse an der Reparierbarkeit von Geräten ist bereits hoch: 56 Prozent der Befragten beschäftigen sich vor dem Kauf damit, wie gut ein Gerät im Schadensfall repariert werden kann. Dieses Interesse könnte weiter gesteigert werden, wenn Hersteller die Reparierbarkeit ihrer Geräte klar kennzeichnen würden. Laut der Wertgarantie-Studie würden etwa neun von zehn Verbrauchern ein solches Reparatur-Label bei der Kaufentscheidung von Elektro- und Haushaltsgeräten berücksichtigen. "Die Ergebnisse zeigen das große Potenzial eines Reparatur-Labels, welches Verbrauchern auf einen Blick die Reparierbarkeit eines Geräts anzeigt", so Konrad Lehmann, Vorstand bei Wertgarantie. "Unsere Studie belegt: Die große Mehrheit der Verbraucher entscheidet sich eher für ein Gerät, das im Schadensfall einfacher zu reparieren ist."

Die Studie zeigt auch, dass die Reparaturquote in Deutschland noch ausbaufähig ist. Im Jahr 2023 ließ etwas mehr als ein Drittel der Haushalte (36 %) mindestens ein Elektro- oder Haushaltsgerät reparieren. Knapp jeder fünfte Haushalt (19 %) ließ sogar zwei oder mehr Reparaturen durchführen. Besonders reparaturfreudig sind die Bewohner Berlins (47 %), gefolgt von Baden-Württemberg (41 %). In Thüringen, Saarland und Schleswig-Holstein hingegen wird nur halb so häufig repariert wie in Berlin, dem Spitzenreiter.

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"Wir glauben, dass eine hohe und für den Verbraucher erkennbare Reparierbarkeit von Geräten dazu führen würde, dass mehr Reparaturen durchgeführt werden", erklärt Konrad Lehmann. "Die Zahlen bei unseren versicherten Geräten zeigen, dass derzeit 68 Prozent der Schäden an Smartphones und Co. reparierbar sind. Hier besteht also noch Potenzial nach oben. Wir setzen uns seit Jahren für Reparaturen ein, um dem wachsenden Elektroschrott entgegenzuwirken. Die Ergebnisse unserer Studie zeigen deutlich, wie wichtig die Reparierbarkeit von Geräten für Verbraucher ist und dass ein Reparatur-Label eine entscheidende Hilfe sein könnte, um die Reparaturquote dauerhaft zu erhöhen."

Daniel Wom

Der in Berlin geborene Daniel Wom ist ein versierter Journalist mit einer starken Affinität für Wirtschaftsthemen. Er hat an der Freien Universität Berlin Journalistik und Wirtschaftswissenschaften studiert und arbeitet seit mehr als einem Jahrzehnt in den Medien. Daniel hat für verschiedene große Tageszeitungen und Online-Plattformen geschrieben und ist bekannt für seine tiefgründigen Analysen und klaren Darstellungen komplexer Sachverhalte. Er ist Mitglied im Deutschen Journalisten-Verband und hat mehrere Auszeichnungen für seine exzellente Berichterstattung erhalten. In seiner Freizeit erkundet Daniel gerne die vielfältige Kulturszene Berlins und ist leidenschaftlicher Webentwickler.

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