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Presserat rügt Verstoß gegen Persönlichkeitsschutz und ethische Richtlinien bei Gewaltdarstellungen



Pressekodex rügt reißerische Darstellung von Nachrichten

Der Deutsche Presserat hat kürzlich drei Rügen wegen Verstößen gegen den Persönlichkeitsschutz und eine sensationelle Darstellung von Gewalt ausgesprochen. Die Fälle betrafen den Online-Auftritt von BILD.DE.

Im ersten Fall wurde ein Sportlehrer wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch an einer Schule festgenommen. Unter der Schlagzeile "Missbrauch! Lehrer in der Schulpause abgeführt" berichtete BILD.DE darüber. Obwohl das Foto des Lehrers mit einem Augenbalken versehen war, konnten ihn die Leser aufgrund seiner Identifikationsmerkmale eindeutig erkennen. Da es kein berechtigtes öffentliches Interesse gab, wurde BILD.DE eine Rüge ausgesprochen.

Im zweiten Fall wurde ein unverpixeltes Porträtfoto einer Frau veröffentlicht, die einem Tötungsdelikt zum Opfer fiel. Die Schlagzeile lautete "Neuschwanstein-Killer gibt seinen Opfern die Schuld". Die Angehörigen der Getöteten wurden nicht um Erlaubnis gebeten, das Foto zu veröffentlichen. Daher erhielt BILD.DE eine Rüge gemäß Richtlinie 8.2 des Pressekodex.

Der dritte Fall betraf die Veröffentlichung eines Handyvideos, in dem ein 12-jähriger Junge einen Mitschüler würgte und schlug. Der Presserat stellte fest, dass die ausführliche Darstellung der Gewalt im Video sensationell und demütigend war. Außerdem wurde gegen den Persönlichkeitsschutz des minderjährigen Tatverdächtigen verstoßen, da sein Gesicht klar erkennbar war. Da kein öffentliches Interesse an seiner Identität bestand, wurde BILD.DE auch hierfür gerügt.

Insgesamt wurden 34 Beschwerden behandelt, von denen 15 als unbegründet erachtet wurden. Neben den drei Rügen wurden sieben Missbilligungen ausgesprochen und acht Hinweise gegeben. Der Pressekodex ist ein Regelwerk, dessen Einhaltung von Medienunternehmen freiwillig ist. Er soll sicherstellen, dass die Presse einen ethischen Journalismus ausübt, der den Persönlichkeitsschutz respektiert und keinen auf Sensationslust basierenden Journalismus betreibt.

Siehe auch  Marschflugkörper-Stationierung: Tino Chrupalla warnt vor Deutschland als Zielscheibe

Daniel Wom

Der in Berlin geborene Daniel Wom ist ein versierter Journalist mit einer starken Affinität für Wirtschaftsthemen. Er hat an der Freien Universität Berlin Journalistik und Wirtschaftswissenschaften studiert und arbeitet seit mehr als einem Jahrzehnt in den Medien. Daniel hat für verschiedene große Tageszeitungen und Online-Plattformen geschrieben und ist bekannt für seine tiefgründigen Analysen und klaren Darstellungen komplexer Sachverhalte. Er ist Mitglied im Deutschen Journalisten-Verband und hat mehrere Auszeichnungen für seine exzellente Berichterstattung erhalten. In seiner Freizeit erkundet Daniel gerne die vielfältige Kulturszene Berlins und ist leidenschaftlicher Webentwickler.

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