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Polizeipräsidentin Slowik: Görlitzer Park-Situation kann nicht allein mit polizeilichen Maßnahmen gelöst werden

Polizeipräsidentin Slowik: Situation im Görli allein mit Polizei nicht lösbar

Berlin (dpa/bb) - Berlins Polizeipräsidentin Barbara Slowik sieht in Kriminalitäts- und Drogens-Hotspots wie dem Görlitzer Park in Berlin-Kreuzberg eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung. „Die Situation vor Ort wird sich allein durch polizeiliche Maßnahmen nicht dauerhaft verbessern“, sagte Slowik der dpa in Berlin. „Alle zuständigen Behörden, aber auch die Zivilgesellschaft sind gleichermaßen gefordert.“

Notwendig sind aus ihrer Sicht „dringend städtebauliche Maßnahmen, tragfähige Konzepte für Beleuchtung, Müllentsorgung, Toiletten, Spielplätze, um den Görli als für alle sichere Grünanlage zu nutzen“. Sportmöglichkeiten könnten eingerichtet und die Gastronomie wiederbelebt werden. „Gleichzeitig ist Sozialarbeit für die Drogen- und Obdachlosenszene erforderlich“, sagte Slowik.

„Sicher würde es zumindest uns als Polizei helfen, den Park vergleichbar dem Flugfeld Tempelhof einzuzäunen und die Zugänglichkeit des Parks zeitlich zu beschränken, indem man ihn nachts verschließt“, sagte die Polizeipräsidentin.

Slowik: Beim Görlitzer Park fehlt ein gesellschaftlicher Konsens

Gleichzeitig zeigte sie sich skeptisch. „Aktuell fehlt es allerdings aus unserer Erfahrung bereits an einem gemeinsamen gesellschaftlichen Konsens - auch bei den Anwohnenden - zur Nutzung des Görlitzer Parks.“ Teile auch der Anwohnenden und Besucherinnen und Besucher wollten den Park so belassen wie er ist. Die Polizei werde beim Erscheinen oder bei Maßnahmen teils verbal angegriffen. Andere Teile wünschten sich einen „Görlitzer Park für alle" und begrüßten polizeiliche Maßnahmen, so Slowik.

Die Polizei hatte in dieser Woche einen 22-Jährigen verhaftet, der an einer Vergewaltigung im Görlitzer Park beteiligt gewesen sein soll. Die Ermittlungen auch gegen weitere Verdächtige dauerten an. Am 21. Juni sollen mehrere Männer in den frühen Morgenstunden eine 27-Jährige vergewaltigt haben. Ihr gleichaltriger Freund soll von den Tätern verletzt und zu Boden gebracht worden sein.

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Görlitzer Park und Wrangelkiez für Polizei seit langem ein Brennpunkt

Für die Polizei sind der Görlitzer Park und der angrenzende Wrangelkiez laut Slowik angesichts der Kriminalitätsbelastung seit vielen Jahren ein Brennpunkt. Im Einsatz seien deswegen etwa Kontaktbereichsbeamte, Funkwagen und Streifendienste, die mobile Wache, Zivilkräfte, Hundertschaften oder Diensthunde.

„Wir haben es im Görlitzer Park primär und massiv mit Betäubungsmittelkriminalität und deren Begleitstraftaten, wie Diebstählen, Bedrohungen, Körperverletzungen und Betrugstaten zu tun“, sagte Slowik. „Sexualstraftaten waren und sind vor Ort eher die Ausnahme.“

Nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft würde es „selbstverständlich“ eine entsprechende Warnung geben, wenn Hinweise dafür vorlägen, dass es sich bei den Vorfällen in Parks um Straftaten handele, die einer Serie zuzuordnen wären. „Dafür ergeben sich jedoch - nach den bisherigen Erkenntnissen - keine Anhaltspunkte“, hieß es in der Mitteilung.

Vergewaltigung im Görlitzer Park - Lesen Sie auch:

© dpa-infocom, dpa:230729-99-589876/3 (dpa)

Daniel Wom

Der in Berlin geborene Daniel Wom ist ein versierter Journalist mit einer starken Affinität für Wirtschaftsthemen. Er hat an der Freien Universität Berlin Journalistik und Wirtschaftswissenschaften studiert und arbeitet seit mehr als einem Jahrzehnt in den Medien. Daniel hat für verschiedene große Tageszeitungen und Online-Plattformen geschrieben und ist bekannt für seine tiefgründigen Analysen und klaren Darstellungen komplexer Sachverhalte. Er ist Mitglied im Deutschen Journalisten-Verband und hat mehrere Auszeichnungen für seine exzellente Berichterstattung erhalten. In seiner Freizeit erkundet Daniel gerne die vielfältige Kulturszene Berlins und ist leidenschaftlicher Webentwickler.

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