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Paukenschlag in der Berliner Wohnungspolitik: Adler Group verlässt Bündnis für Wohnungsneubau und bezahlbares Wohnen nach Kritik an starken Mieterhöhungen

Paukenschlag in der Berliner Wohnungspolitik: Die Adler Group verlässt das Berliner Bündnis für Wohnungsneubau und bezahlbares Wohnen. Grund dafür sind die starken Mieterhöhungen des Unternehmens, die auf starke Kritik gestoßen sind. Eine Sprecherin der Adler Group erklärte, dass das Unternehmen bestrebt sei, die Interessen aller Stakeholder, einschließlich Mieter, Aktionäre und Gläubiger, in Einklang zu bringen. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, seien Mietanpassungen gemäß den Verträgen erforderlich.

Die Sprecherin betonte jedoch auch, dass die Adler Group individuelle Lösungen für Fälle finden werde, bei denen Mieter durch die angekündigten Mieterhöhungen überfordert wären. Dennoch habe das Unternehmen entschieden, aus dem Bündnis auszutreten.

Die Berliner Zeitung hatte zuvor berichtet, dass die Adler Group bei Mieterhöhungen bis zu 15 Prozent mehr Miete verlangt, obwohl das Unternehmen im Bündnis für Wohnungsneubau und bezahlbares Wohnen zugesagt hatte, sich an der geplanten Absenkung der Erhöhungsspielräume von 15 auf 11 Prozent zu orientieren. Dieser Verstoß gegen das Versprechen löste breite Proteste in der Landespolitik aus. Der Alternativen Mieter- und Verbraucherschutzbund (AMV) hatte die starken Mieterhöhungen Adlers aufgedeckt.

AMV-Chef Marcel Eupen kritisierte die Adler Group scharf und warf dem Unternehmen vor, die Interessen der Aktionäre und Gläubiger über die Interessen der Mieter zu stellen. Er bezeichnete die Unterzeichnung des Mietenbündnisses als reines Showprogramm, das lediglich der Imageverbesserung dienen sollte. Ein verantwortungsvolles Immobilienunternehmen hätte anders gehandelt, so Eupen.

Die Vereinbarung zum Mietenbündnis wurde im Juni 2022 unterzeichnet, um die Probleme auf dem Berliner Wohnungsmarkt gemeinsam mit der Immobilienwirtschaft zu lösen. Die Politik sicherte den Unternehmen dabei Unterstützung durch Anpassungen von Förderkonditionen zu. Im Gegenzug sollten die Unternehmen einen aktiven Beitrag gegen den Kostenanstieg für private Haushalte leisten.

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Die Entscheidung von Adler, aus dem Bündnis auszutreten, kommt für den Linken-Abgeordneten Niklas Schenker nicht überraschend. Er kritisiert den Konzern dafür, die Vereinbarungen nie eingehalten zu haben, und sieht darin einen Vorbote einer sich ausweitenden Krise der finanzialisierten Immobilienwirtschaft. Schenker fordert die Vergesellschaftung von Wohnraum, um Mieter zu schützen.

Auch die Grünen-Abgeordnete Katrin Schmidberger sieht Adler als renditegetriebenes Unternehmen, dem eine soziale Wohnraumversorgung nicht wichtig ist. Sie fordert echten Mieterschutz durch Gesetze und stellt fest, dass das PR-Bündnis des Senats gescheitert ist.

Der Ausstieg von Adler aus dem Berliner Bündnis für Wohnungsneubau und bezahlbares Wohnen zeigt, dass die Probleme auf dem Wohnungsmarkt nicht einfach durch freiwillige Verpflichtungen der Unternehmen gelöst werden können. Stattdessen werden echte gesetzliche Maßnahmen und eine Überprüfung der Unternehmenspraktiken erforderlich sein, um eine soziale Wohnraumversorgung sicherzustellen.

Daniel Wom

Der in Berlin geborene Daniel Wom ist ein versierter Journalist mit einer starken Affinität für Wirtschaftsthemen. Er hat an der Freien Universität Berlin Journalistik und Wirtschaftswissenschaften studiert und arbeitet seit mehr als einem Jahrzehnt in den Medien. Daniel hat für verschiedene große Tageszeitungen und Online-Plattformen geschrieben und ist bekannt für seine tiefgründigen Analysen und klaren Darstellungen komplexer Sachverhalte. Er ist Mitglied im Deutschen Journalisten-Verband und hat mehrere Auszeichnungen für seine exzellente Berichterstattung erhalten. In seiner Freizeit erkundet Daniel gerne die vielfältige Kulturszene Berlins und ist leidenschaftlicher Webentwickler.

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