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Fragebogen Berlin: Schlecky Silberstein verrät seine liebsten Orte und Plätze, die er lieber meidet

Berlin - Die Stadt der Vielfalt und Gegensätze

Berlin, mit rund 3,8 Millionen Einwohnern, ist eine Stadt, die jeder auf seine eigene Art und Weise erlebt und betrachtet. Doch was macht Berlin eigentlich aus? Warum leben so viele Menschen gerne hier? Und gibt es auch Dinge, die sie an der Stadt stören? In unserer Rubrik "Fragebogen Berlin" haben wir uns mit bekannten Hauptstädtern unterhalten und sie nach ihren Lieblingsorten, aber auch nach den Plätzen, die sie meiden, gefragt. Diesmal hat sich der Autor, Schauspieler und Blogger Christian Brandes, auch bekannt als Schlecky Silberstein, den Fragen gestellt.

Schlecky Silberstein lebt schon seit einiger Zeit in Berlin und nennt Prenzlauer Berg sein Zuhause. Er betreibt einen gleichnamigen Blog und ist auch als Host und Darsteller der Grimme-Preis-gekrönten Comedyshow "Browser Ballett" bekannt. In unseren Fragen verrät er uns, warum er gerne in Prenzlauer Berg lebt, aber auch warum er sich trotz einiger Vorbehalte immer wieder nach Charlottenburg begibt.

Der Autor kam 2002 als Student nach Berlin und hatte damals das Glück, innerhalb von zwei Tagen drei Wohnungen zur Auswahl zu haben, was in der heutigen Zeit surreal erscheint. Sein Lieblingsort in Berlin ist der Sportkäfig am Helmholtzplatz. Dort spielt er Basketball, seine Kinder Fußball und abends genießt er dort die Ruhe und räumt sogar die Hinterlassenschaften von fremden Hunden weg - etwas, das er nicht einmal in seiner eigenen Wohnung machen würde.

Wenn Schlecky Silberstein sich entspannen möchte, zieht es ihn nach ganz hinten rechts im Decathlon am Alexanderplatz. Dort gibt es einen Minigolf-Platz, den nur wenige kennen. Hier kann er ein paar Löcher spielen und das sogar kostenlos.

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Charlottenburg ist ein Stadtteil, den Schlecky Silberstein eher meidet. Er kann nicht genau sagen, was es ist, aber er möchte immer schnell wieder aus diesem Bezirk heraus. Charlottenburg vermittelt für ihn eine Mischung aus West-Arroganz, Boomer-Reservat und Männer mit orangefarbenen Socken unter gelben Jeans. Trotzdem muss er immer wieder zurückkommen, da sich dort sein Büro befindet.

Als Gastro-Tipp empfiehlt Schlecky Silberstein die "Taverna To Koutouki" am Kottbusser Damm - ein kleines griechisches Restaurant, das für seine Fleischgerichte bekannt ist. Hier gibt es jedoch leider nichts für Vegetarier.

Sein Shopping-Geheimtipp ist der Buchladen "Uslar & Rai" in der Schönhauser Allee. Der Laden ist klein und sympathisch und bietet eine sehr gute Auswahl an Büchern. Schlecky kann hier ohne konkreten Plan hineingehen und findet immer ein Buch, das ihn sofort interessiert.

Der beste Stadtteil Berlins ist für ihn die Freie Republik Prenzlauer Berg. Hier existieren bereits erste Bestrebungen zur Unabhängigkeit. Doch es gibt auch Klischees, die stimmen - wer keine Kinder hat, für den hat der Stadtteil nicht viel zu bieten. Jedoch merkt er auch an, dass seine Kinder von der heilen Welt Prenzlauer Bergs so weichgewaschen sind, dass sie in keinem anderen Bezirk überleben würden.

Ein Aspekt, der Schlecky Silberstein sehr stört, ist die Airbnb-Problematik. Er bemängelt, dass nicht genug gegen illegale Hotels unternommen wird. Viele Wohnungen werden zur Pension umgewandelt und verschwinden dadurch vom Wohnungsmarkt. Als Filmschaffender sieht er sich oft in solchen Wohnungen, da sie als Sets genutzt werden. Er kritisiert die Stadtverwaltung, die es nicht schafft, das Ausmaß dieses Problems zu ermitteln. Einer seiner wesentlichen Punkte für die Wohnungskrise in Berlin ist Airbnb.

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Damit Berlin lebenswert bleibt, ist Schlecky Silberstein ein bekennender Öko-Faschist. Er plädiert dafür, Autos, die nicht zum gewerblichen Verkehrsaufkommen gehören, aus der Stadt zu verbannen. Eine Möglichkeit dazu wäre die Umwandlung der Parkplätze in Bürgersteige.

Abschließend betont er, dass die Entscheidung, nach Berlin zu ziehen oder es zu meiden, stark vom Einkommen abhängig ist. Für Studenten rät er beispielsweise davon ab, nach Berlin zu kommen, da die Mieten hier sehr hoch sind. Er besuchte kürzlich Erfurt und war von der Stadt beeindruckt. Sie ist jung und es gibt viel zu erleben. Die Mietpreise dort sind im Vergleich zu Berlin viel niedriger.

Wenn es um andere Städte geht, die cooler als Berlin sind, nennt Schlecky Silberstein Kopenhagen. Besonders die Stadt innerhalb der Stadt, Christiania, hat es ihm angetan. Er findet, dass Berlin auch eine solche eigenständige Stadt braucht und schlägt die Grafschaft Schönhauser bis Bornholmer vor.

Berlin bleibt also weiterhin eine Stadt der Gegensätze. Jeder findet hier seinen eigenen Lieblingsort und die Dinge, die er lieber meiden möchte. Trotz einiger Kritikpunkte ist Berlin für viele Menschen ein spannender und lebenswerter Ort.

Daniel Wom

Der in Berlin geborene Daniel Wom ist ein versierter Journalist mit einer starken Affinität für Wirtschaftsthemen. Er hat an der Freien Universität Berlin Journalistik und Wirtschaftswissenschaften studiert und arbeitet seit mehr als einem Jahrzehnt in den Medien. Daniel hat für verschiedene große Tageszeitungen und Online-Plattformen geschrieben und ist bekannt für seine tiefgründigen Analysen und klaren Darstellungen komplexer Sachverhalte. Er ist Mitglied im Deutschen Journalisten-Verband und hat mehrere Auszeichnungen für seine exzellente Berichterstattung erhalten. In seiner Freizeit erkundet Daniel gerne die vielfältige Kulturszene Berlins und ist leidenschaftlicher Webentwickler.

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