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Die gestohlene Glocke von Heinersdorf: Ein Verlust mit historischem Wert

Die Glocke der Evangelischen Kirchengemeinde Berlin-Heinersdorf wurde am vergangenen Wochenende gestohlen. Die Pfarrerin Anne-Kathrin Finke beschreibt ihre Fassungslosigkeit darüber, dass die Glocke plötzlich verschwunden war. Der Platz auf dem Pfarrhof ist nun leer und die Gemeinde ist darüber schockiert.

Die gestohlene Glocke wurde während des Zweiten Weltkriegs beschädigt und konnte nicht mehr benutzt werden. Sie hat zwei Einschusslöcher, die sie zum Schweigen brachten. Trotzdem hatte die Glocke eine wichtige symbolische Bedeutung für die Gemeinde. Sie wurde seit 50 Jahren im Freien platziert und gehörte zum festen Bestandteil des Gemeindelebens. Zahlreiche Fotos von Menschen an der Glocke waren Bestandteil der Traditionen der Kirchengemeinde.

Die Pfarrerin gibt an, dass der materielle Wert der Glocke nicht unterschätzt werden darf. Sie besteht aus 500 Kilogramm reiner Bronze, die momentan sehr begehrt ist. Laut der Pfarrerin liegt der Materialwert der Glocke bei etwa 2500 Euro. Sie vermutet, dass der Diebstahl aufgrund des begehrten Metalls erfolgte. Es sei nicht so schwierig, das schwere Objekt wegzuschaffen, und der Preis für Bronze im Internet liegt bei rund 1000 Euro für 100 Kilogramm.

Der Kunstdiebstahl-Experte Willi Korte glaubt ebenfalls, dass es sich hier um einen Metalldiebstahl handelt. Er beschäftigt sich seit über 40 Jahren mit historischen Kunstdiebstählen und erklärt, dass Bronze derzeit häufig gestohlen wird. Obwohl der materielle Wert der Glocke relativ gering ist, hat sie einen höheren historischen Wert. Korte vermutet, dass die Glocke auf einem Schrottplatz oder im Gebüsch abgestellt wurde.

Es kann Jahre oder sogar Jahrzehnte dauern, bis gestohlene historische Objekte wiedergefunden werden. Bei einer Glocke ist es jedoch unwahrscheinlich, dass sie länger verschwunden bleibt. Laut Korte werden Glocken oft nach einiger Zeit abgestellt, da es schwierig ist, einen Käufer für sie zu finden. Glocken-Diebstahl ist vor allem in England populär, aber auch in Deutschland gibt es Fälle von gestohlenen Glocken. Bronze-Skulpturen, Statuen und Dämmplatten sind ebenfalls beliebte Objekte bei Dieben.

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Der Verkauf einer gestohlenen Glocke gestaltet sich schwierig, da sie aufgrund ihres Gewichts und ihrer Größe schwer weiterzuverkaufen ist. Das Einschmelzen der Glocke ist zu aufwendig und zu kostenintensiv. Daher schlägt Korte vor, die Glocke zu zersägen, was jedoch spezielle Werkzeuge erfordert. Er vermutet, dass es sich bei den Dieben um eine Gruppe handeln könnte, die speziell darauf spezialisiert ist, Kircheneigentum zu stehlen.

Die Gemeinde hofft, dass die Glocke bald wiedergefunden wird und weitere Schritte unternommen werden, um solche Diebstähle in Zukunft zu verhindern. In der Zwischenzeit müssen die Gemeindemitglieder den Verlust der Glocke verkraften und versuchen, ohne sie weiterzumachen. Trotz des materiellen Wertes hat die Glocke vor allem einen ideellen Wert für die Gemeinde und wird schmerzlich vermisst.

Daniel Wom

Der in Berlin geborene Daniel Wom ist ein versierter Journalist mit einer starken Affinität für Wirtschaftsthemen. Er hat an der Freien Universität Berlin Journalistik und Wirtschaftswissenschaften studiert und arbeitet seit mehr als einem Jahrzehnt in den Medien. Daniel hat für verschiedene große Tageszeitungen und Online-Plattformen geschrieben und ist bekannt für seine tiefgründigen Analysen und klaren Darstellungen komplexer Sachverhalte. Er ist Mitglied im Deutschen Journalisten-Verband und hat mehrere Auszeichnungen für seine exzellente Berichterstattung erhalten. In seiner Freizeit erkundet Daniel gerne die vielfältige Kulturszene Berlins und ist leidenschaftlicher Webentwickler.

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