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Clan-Kriminalität in Berlin: 16 Antworten auf die wichtigsten Fragen

Clan-Kriminalität in Berlin: Ein Rückblick auf das Jahr 2022

Die Clan-Kriminalität ist ein bekanntes Phänomen, das immer wieder für Schlagzeilen sorgt. Von Diebstählen hochwertiger Kunstwerke über Raubüberfälle bis hin zu Betrugsdelikten - die Behörden stehen vor großen Herausforderungen. Das Landeskriminalamt (LKA) veröffentlicht jedes Jahr einen Lagebericht, der einen Überblick über die aktuelle Situation gibt. Der diesjährige Bericht für das Jahr 2022 ist nun erschienen und wirft ein Licht auf die wichtigsten Fakten. Im Folgenden beantworten wir die 16 wichtigsten Fragen zu dem Thema.

Wie und welche Straftaten begehen Clan-Mitglieder in der Hauptstadt?

Gemäß dem LKA-Bericht werden verschiedene Arten von Straftaten von Clan-Mitgliedern begangen. Im Jahr 2022 wurden insgesamt 872 Straftaten registriert, bei denen 303 Tatverdächtige ermittelt wurden. Darunter waren auch zwölf Frauen. Die häufigsten Straftaten waren Betrugsdelikte (125 Taten), Straftaten im Straßenverkehr (122), Gewaltdelikte (120) und Drogen (86). Es wurden aber auch Fälle von Raub (43), Geldwäsche (42), Verstößen gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz (10), Misshandlung von Kindern und Sexualdelikte (jeweils 6) sowie Schutzgelderpressung (4) erfasst. Zudem ermittelte die Polizei zu drei Tötungsdelikten.

Wie viele Personen rechnet die Polizei in Berlin der Clan-Kriminalität zu?

Zum 31. Dezember 2022 waren insgesamt 468 Personen (davon 30 Frauen) im Computersystem "Poliks" der Polizei erfasst, die der Clan-Kriminalität zugeordnet werden. Zusätzlich wurden 114 Personen (davon drei Frauen) dem "Clan-Kriminalität-Umfeld" zugeordnet. Von diesen Personen besitzen 260 die deutsche Staatsbürgerschaft, bei 109 Personen ist die Staatsbürgerschaft unbekannt, 87 sind Libanesen, 28 türkisch und acht Personen sind schwedischer Herkunft.

Wie und wo genau begehen kriminelle Clan-Mitglieder ihre Verbrechen?

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Laut dem LKA-Bericht nutzen Clan-Mitglieder ihre Verbindungen zu verschiedenen Bereichen der Gesellschaft wie der Rocker-, Türsteher-, Deutsch-Rap- und Kampfsportszene, um ihre kriminellen Aktivitäten voranzutreiben. Gewerbliche Aktivitäten wie der Betrieb von Shisha-Bars, An- und Verkaufsgeschäften, Juweliergeschäften, Baubetrieben und Autovermietungen sind häufig anzutreffen und dienen auch der Geldwäsche. Außerdem gibt es Verbindungen zum extremistischen Islamismus.

Wie viele Ordnungswidrigkeiten stammen von Clan-Personen?

Im Jahr 2022 wurden insgesamt 89 Ordnungswidrigkeiten von 66 Personen begangen, die der Clan-Kriminalität zuzuordnen sind. Von diesen waren vier Frauen. Die meisten Verstöße waren im Straßenverkehr (32), gefolgt von Verstößen gegen das Waffengesetz (21) und falscher bzw. Verweigerung der Namensangabe (11).

Wo haben Polizisten in Berlin am häufigsten mit kriminellen Clans zu tun?

Die Berliner Polizei hat in der Direktion 5 (Friedrichshain-Kreuzberg, Neukölln, Mitte) am häufigsten mit kriminellen Clan-Mitgliedern zu tun. Dort machen Straftaten, Ordnungswidrigkeiten und polizeiliche Maßnahmen im Zusammenhang mit Clan-Kriminalität etwa 25,9 Prozent, 37,1 Prozent bzw. 32,6 Prozent des Gesamtvorkommens aus. An zweiter Stelle stehen die Direktionen 2 (Spandau, Charlottenburg-Wilmersdorf, Mitte), 4 (Tempelhof-Schöneberg, Steglitz-Zehlendorf, Neukölln), 1 (Reinickendorf, Pankow) und 3 (Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf, Treptow-Köpenick).

Was tut die Polizei gegen kriminelle Clans?

Im Jahr 2022 wurden insgesamt 783 polizeiliche Maßnahmen gegen Personen ergriffen, die der Clan-Kriminalität zugerechnet werden. Dabei wurden 438 Personen erfasst, darunter 24 Frauen. Die Maßnahmen umfassen vor allem Einsätze im Straßenverkehr, Amtshilfeersuchen, Identitätsfeststellungen, Platzverweise und Gefährderansprachen.

Wie oft gab es sogenannte Shisha-Bar-Razzien?

Im Jahr 2022 wurden insgesamt 160 Kontrolleinsätze im Zusammenhang mit Clan-Kriminalität durchgeführt. Davon fanden 84 Einsätze zusammen mit anderen Behörden wie dem Zoll

Daniel Wom

Der in Berlin geborene Daniel Wom ist ein versierter Journalist mit einer starken Affinität für Wirtschaftsthemen. Er hat an der Freien Universität Berlin Journalistik und Wirtschaftswissenschaften studiert und arbeitet seit mehr als einem Jahrzehnt in den Medien. Daniel hat für verschiedene große Tageszeitungen und Online-Plattformen geschrieben und ist bekannt für seine tiefgründigen Analysen und klaren Darstellungen komplexer Sachverhalte. Er ist Mitglied im Deutschen Journalisten-Verband und hat mehrere Auszeichnungen für seine exzellente Berichterstattung erhalten. In seiner Freizeit erkundet Daniel gerne die vielfältige Kulturszene Berlins und ist leidenschaftlicher Webentwickler.

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