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Bewohner in Berlin-Kreuzberg kämpfen um den Erhalt des Quicky-Markts: Ein Beispiel für die Gentrifizierung des Stadtteils

Kampf um den Quicky-Markt: Ein Symbol für die Gentrifizierung

In Kreuzberg, genauer gesagt in der Skalitzer Straße, hat sich eine bunte Mischung aus Menschen versammelt. Sie sind gekommen, um für den Erhalt des Quicky-Markts zu kämpfen. Dieser Späti, wie die Berliner ihre kleinen Läden liebevoll nennen, bedeutet den Anwohnern sehr viel. Für sie ist er ein soziales Zentrum, ein Ort der Gemeinschaft und des Spaßes. Die Betreiber sind bei vielen Anwohnern äußerst beliebt und haben immer ein offenes Ohr.

Doch nun steht der Markt vor dem Aus. Das Haus, in dem er sich befindet, wurde von einem Investor gekauft und die Miete soll drastisch erhöht werden. Dieses Problem betrifft nicht nur den Quicky-Markt, sondern ist exemplarisch für die Gentrifizierung des gesamten Stadtteils. Die Mieten steigen rapide an und werden für immer mehr Berliner unerschwinglich. In Kreuzberg sind die Wohnungsmieten laut Engel & Völkers im Vergleich zum letzten Jahr um mehr als 13 Prozent gestiegen.

Die Protestveranstaltung am Mittwochabend richtet sich nicht nur gegen die drohende Schließung des Quicky-Markts, sondern auch gegen die Dominanz internationaler Konzerne gegenüber den Kleingewerbetreibenden und Mietern. Stefan Klein, der sich für die Initiative KiGE engagiert, spricht auf der Bühne von der ungerechten Marktwillkür und fordert ein Gewerbemietgesetz. Im Gegensatz zu Wohnungsmietern haben Gewerbemieter kaum gesetzlichen Schutz. Die sogenannte Vertragsfreiheit lässt kaum Spielraum für Verhandlungen über Miethöhe oder Kaution und bietet keinen Schutz vor Räumungen.

Ein Unternehmen, das bei vielen Anwesenden auf Unmut stößt, ist Blackstone. Diese US-amerikanische Investmentgesellschaft besitzt laut einer Studie der Rosa-Luxemburg-Stiftung mehr als 3000 Wohnungen in Berlin. Kritiker werfen Blackstone vor, langfristige Investitionen zu vernachlässigen und ihre Profite zu maximieren. Die Mieter hätten kaum Mitspracherecht und könnten nicht ebenbürtig mit solchen Unternehmen verhandeln.

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Die Forderungen der Anwohner und Aktivisten sind klar: ein Gewerbemietgesetz, das Kleingewerbetreibende besser schützt, und faire Verhandlungen zwischen Investoren und Mietern. Sie plädieren für eine Stadt, in der alle leben wollen und können, und in der Kleingewerbe und Kieze lebenswert bleiben.

Der Kampf um den Quicky-Markt ist noch nicht vorbei. Unterschriften werden gesammelt und Spendenaktionen organisiert, um die Besitzer des Markts bei der Bezahlung der Kaution zu unterstützen. Die Anwohner sehen den Erhalt des Markts als gemeinsames Anliegen und sind entschlossen, nicht aufzugeben. Denn für sie steht viel mehr auf dem Spiel als nur ein Späti – es geht um die Zukunft von Kreuzberg und die Frage, wem die Stadt gehört.

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