Steglitz-Zehlendorf

Ausstellung "Spuren des Kolonialismus" ab 03.12.2022 in der Schwartzschen Villa

Ausstellung “Spuren des Kolonialismus” vom 03.12.2022 in der Schwartz Villa

Pressemitteilung vom 25.11.2021

Die Ausstellung SPUREN VON KOLONIALISMUS – Der Privatbesitz des Wandervogels Karl Fischer ” aus 3. Dezember 2021 bis 15. Mai 2022 in der Schwartzschen Villa sei sichtbar.

Eröffnung: 2. Dezember 2021, 18 – 20 Uhr

Soft Opening mit Zeitfensterbuchung

Briefe, persönliche Dokumente und mehr als 750 Fotografien – der Privatnachlass von Karl Fischer (1881-1941) ist die mit Abstand größte Sammlung im Wandervogel-Archiv des Kulturamtes Steglitz-Zehlendorf. Als Mitbegründer der Wandervogel-Bewegung, die sich von Steglitz aus über ganz Deutschland ausbreitete, spielte Karl Fischer eine herausragende Rolle in der frühen Jugendbewegung. Weniger bekannt ist, dass Fischer von 1907 bis 1914 als Militärfreiwilliger, Kaufmann und Zeitungsredakteur an der deutschen Kolonialherrschaft in China beteiligt war.

Ab dem 3. Dezember 2021 gibt es erstmals eine Ausstellung in der Schwartzsche Villa die Spuren des Kolonialismus im Nachlass von Karl Fischer und nimmt es zum Anlass für Eine kritische Auseinandersetzung mit der deutschen Kolonialgeschichte. Die Erschließung und Digitalisierung des Nachlasses machte Fischers Leben im Dienste der Kolonialpolitik des Deutschen Reiches sichtbar: Im Herbst 1906 meldete sich der Wandervogel freiwillig zum Militärdienst III. Seebataillon in Qingdao. Anschließend blieb er in China – zunächst als kaufmännischer Angestellter bei der Schantung Mining Company. Anschließend engagierte er sich von 1910 bis 1914 als Zeitungsredakteur in Shanghai für die Kulturpolitik der deutschen Kolonialmacht, bevor er 1914 von Japan in Gefangenschaft geriet.

Die Ausstellung rekonstruiert die Stationen der Fischer in Ostasien und konfrontiert seine durch den Nachlass reproduzierte Perspektive mit einem Postkolonialer Blick auf den deutschen Kolonialismus in China.

Außerdem wirft die Werkstattausstellung einen ersten Blick historische und aktuelle Spuren des Kolonialismus im heutigen Stadtteil Steglitz-Zehlendorf. Auch in den bis 1920 selbstständigen Gemeinden Steglitz, Zehlendorf und Groß-Lichterfelde manifestierte sich der deutsche Kolonialismus auf vielfältige Weise. Die Ausstellung zeigt exemplarisch Spuren aus den Bereichen Mission, Wissenschaft, Wirtschaft, Militär und Vereine und fördert eine Diskussion über die aktuelle Erinnerungspolitik im Bezirk.

Begleitet wird die Ausstellung von einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm mit Führungen, Stadtrundgängen und Abendvorträgen. Am Dienstag, 07.12.2021 um 18 Uhr, ein erstes Werkstattgespräch mit den Kuratoren Dr. Hajo Frölich, Dr. Kimiko Suda und Dr. Christiana Brennecke.

Es gibt einen für die Eröffnung und die Begleitveranstaltungen Registrierung benötigt. Sie können sich auf dieser Website registrieren: https://pretix.eu/Fachbereich-Kultur-Steglitz/

Es gelten die aktuellen Regelungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie, aktuell gilt die 2G-Regel plus Maskenpflicht.

Veranstalter: Kulturreferat Steglitz-Zehlendorf
Ansprechpartner für die Presse: Dr. Christiana Brennecke, telefonisch erreichbar unter: 030 90299 4516 oder per E-Mail an: christiana.brennecke@kultur-steglitz-zehlendorf.de

www.kultur-steglitz-zehlendorf.de

Gefördert aus Mitteln des Kreiskulturfonds / Teilfonds zur Aufarbeitung der Kolonialgeschichte

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Inspiriert von Berliner Pressemitteilung.

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