Berlin

Auch die BVG dünnt bei 100 Takten aus: Der Notfahrplan für Berliner Busse soll bestehen bleiben

Seit mehr als zwei Monaten gibt es bei der BVG einen Bus-Notdienst, und ein Ende ist nicht in Sicht. Nach Ende der Sommerferien wurde der Takt auf 32 Zeilen ausgedünnt, „vorübergehend“, wie das Unternehmen damals mitteilte. Doch die Lage hat sich nicht verbessert, im Gegenteil: Am 8. Oktober wurde auch die Zahl der Fahrten auf der Mittellinie 100 reduziert. Am Wochenende werden nur noch drei Fahrten im 20-Minuten-Takt angeboten, zuvor waren es vier pro Stunde.

Wie lange es „vorübergehend“ dauern wird, ist unklar: „Leider können wir noch keinen Termin für die Rückkehr zum vollen Busangebot nennen“, sagte ein BVG-Sprecher auf Anfrage. Die BVG nannte zwei Gründe für diesen unpopulären Schritt: Corona-Infektionen und Personalmangel.

Drei Prozent des Angebots sind seit Ende August gestrichen – das Unternehmen weist lieber darauf hin, dass „97 Prozent der Busfahrten wie gewohnt stattfinden“ und U- und Straßenbahnen planmäßig fahren. Ausgedünnt wurde die Uhr nur auf Linien, wo es ein Parallelangebot gibt. Alle Haltestellen und alle Streckenabschnitte würden weiterhin bedient, betont die BVG. Ein fester Notfallfahrplan ist für die Fahrgäste besser als unangekündigte Fahrten.

Im August hatte die BVG angekündigt, die „Maßnahmen zur Gewinnung neuer Kollegen“ für den Fahrdienst weiter intensivieren zu wollen. Wie viele Fahrer seitdem eingestellt wurden, verrät die BVG nicht. Nur so viel: „Unsere Aktivitäten zur Rekrutierung neuer Fahrer laufen weiter auf Hochtouren.“

Die schlechte Personalplanung wird innerhalb der BVG kritisiert

Intern wird die fehlende vorausschauende Personalplanung kritisiert. So sei beispielsweise erst zu Urlaubsbeginn aufgefallen, dass am Ende des Urlaubs die Leistungserbringung nicht mehr möglich sei, so das Unternehmen. Verantwortlich dafür sind Chefin Eva Kreienkamp und die Leiterin der Bussparte. Wie berichtet, muss Kreienkamp Ende September 2023 gehen, ihr Vertrag wurde nicht verlängert.

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Der Fahrgastverband Igeb hatte den Notfahrplan im August als „einen weiteren Rückschlag für die angestrebte Mobilitätswende“ kritisiert. Der Personalmangel bei der BVG sei so gravierend, „dass das Personal seit langem am Limit arbeitet“, so die Igeb.

Personalmangel führt derzeit bei vielen Bahn- und Busunternehmen bundesweit zu teils drastischen Einschränkungen. Auch bei den Bahnen fallen viele Züge in der Region aus, wenn auch unangekündigt. Erst am Freitag hatten drei niedersächsische Privatunternehmen zahlreiche Ausfälle auf Regionalbahnlinien wegen „außerordentlich hoher Krankenstände“ bekannt gegeben. Busersatzverkehre könnten kaum angeboten werden, hieß es in der Mitteilung – wegen Personalmangels.

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